Grenzgängerstatistik 2019

Weiterhin starke Zunahme der Grenzgänger

Im vierten Quartal 2019 zählte Graubünden rund 7000 ausländische Grenzgänger, so viel wie nie zuvor. Die Zunahme während des Kalenderjahrs fällt aufgrund der vielen italienischen Grenzgänger überdurchschnittlich aus.

Von Patrick Casanova | Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubünden Mo, 02.03.2020

Schweizweit wurden Ende 2019 328850 Grenzgänger- und Grenzgängerinnen gezählt, 4.8 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Da sich auch auf nationaler Ebene die prozentual stärkste Zunahme bei den aus Italien zur Arbeit pendelnden Personen zeigt, erstaunt es wenig, dass in Graubünden die gesamte Zunahme mit 7.4 Prozent höher ausfällt.

Aktuell stammen denn auch über 90 Prozent der 7000 Bündner Grenzgänger aus Italien, der Rest verteilt sich auf Österreich, Deutschland und kleinste Gruppierungen anderer Staaten.

Über neun von zehn Grenzgängern arbeiten in den grenznahen Regionen Südbündens, wobei die vergleichsweise grosse Region Maloja mit fast der Hälfte die mit Abstand wichtigste Zielregion darstellt.

Verteilung der Grenzgänger nach Bündner Regionen, 4. Quartal 2019

 

Nachdem die Anzahl Grenzgänger in Graubünden bis 2009 längere Zeit zwischen etwa 2500 bis 3500 Personen schwankte, wurde in den letzten zehn Jahren ein kontinuierlicher Zuwachs bis zum aktuellen Höchststand von rund 7000 Personen verzeichnet.

Vor allem in der Region Moesa, wo es lange Zeit nur wenige Grenzgänger gab, zeigte sich in den letzten Jahren ein vergleichsweise starker prozentualer Anstieg, wenn auch absolut auf deutlich tieferem Niveau als in den übrigen Südbündner Regionen.

Entwicklung der Anzahl Grenzgänger in den Bündner Regionen, 2002-2019

 

70 Prozent der Grenzgänger sind männlich, die Verteilung auf die Altersklassen zwischen 25 bis 55 Jahre ist relativ gleichmässig. Über zwei Drittel der Grenzgänger arbeiten im Dienstleistungssektor, wobei hier das Gastgewerbe die bedeutendste Branche darstellt. Danach folgen der Handel, der Verkehr sowie das Gesundheits- und Sozialwesen.

Im produzierenden zweiten Sektor bildet nach wie vor das Baugewerbe die mit Abstand wichtigste Erwerbsmöglichkeit. Mit im Jahresverlauf schwankenden rund 100 bis 160 Personen sind die Grenzgänger dagegen im Primärsektor von eher untergeordneter Bedeutung.