Graubünden in Zahlen

Konjunktur

Der Konjunkturverlauf im Kanton Graubünden wird auch in den ersten Monaten des 2021 von der Pandemie beeinträchtigt. Vor allem in den direkt von den Schliessungen betroffenen Dienstleistungsbranchen wie etwa dem Gastgewerbe gerät die Geschäftslage weiter unter Druck, dies zeigen die Ergebnisse der jüngsten KOF-Konjunkturumfragen. Stabil und positiv entwickelt sich die Lage in der Industrie und im Baugewerbe; die Aussichten in diesen Branchen für die kommenden Monate sind durchaus positiv.

(Stand: 07. Mai 2021)

Allgemeine Lage

Zu Beginn des Jahres 2021 haben sich die Erträge in einigen Bereichen des Detailhandels stabilisiert. Die Situation im Bündner Tourismus ist in den ersten Monaten des Jahres äusserst schwierig, insbesondere im Gastgewerbe bleibt die Situation angespannt und der Umsatz wird wohl auch im 2. Quartal des laufenden Jahres unter den Vorjahreswerten liegen. Die Frequenzen und Erträge in der Gastronomiebranche sind stark rückläufig, die Erwartungen für die kommenden Monate entsprechend bescheiden. Im März hat sich im Vergleich zum Vormonat in verschiedenen Tourismusregionen eine positive Entwicklung eingestellt, die Bünder Hotellerie verzeichnete, dank einem starken Wachstum der inländischen und osteuropäischen Gäste gesamthaft mehr Logiernächte als im Vorjahr (siehe Auswertung vom 7. Mai). Einzelne Tourismusregionen übertrafen im März sogar das Mittel der vergangenen fünf Jahre. Die Bündner Bergbahnen verzeichneten im März 24.4 Prozent weniger Ersteintritte als im März 2020, die kumulierten Verluste auch im Umsatzbereich fallen seit Saisonbeginn aber doch deutlich aus (Mitteilung vom 6. April).

Im Detailhandel konnte in den vergangenen Monaten eine positive Entwicklung notiert werden. Im Speziellen der Nahrungs- und Genussmittel, sowie der Handel mit Haushaltsgeräten, Textilien und Heimwerkerbedarf hat sich positiv entwickelt. Saisonbedingt wir die Geschäftslage im März als leicht rückgängig beurteilt.

Ein vergleichsweise positives Bild zeigt sich im produzierenden Sektor. Die Geschäftslage in der Bündner Industrie liegt weiterhin über der gesamtschweizerischen Mittel, ebenfalls steigt der Auftragsbestand in den ersten Monaten an. Die Situation im Baugewerbe ist in den ersten Monaten des Jahres präsentiert sich zuversichtlich und der saisonale Anstieg der Auftragslage übertrifft denjenigen der Vorjahre. Die Preise im Baugewerbe ziehen laut Umfrage in den nächsten drei Monaten leicht an.

Im April zählte der Kanton Graubünden 2'630 Arbeitslose, 1'142 Personen weniger als vor einem Jahr (-30.3 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg (saisonbedingt) gegenüber März um 0.6% auf 2.4 Prozent.

 

 

Konjunkturindikatoren und -prognosen Graubünden und Schweiz
  Graubünden Schweiz
Arbeitsmarkt (April 2021)    
Anzahl Arbeitslose 2'630 151'279
  Jahresveränderung in Prozent -30.3 -1.4
Arbeitslosenquote in Prozent 2.4 3.3
     
Hotellerie (1. Quartal 2021)    
Anzahl Logiernächte 1'546'449 5'141'449
  Jahresveränderung in Prozent -13.5% -32.7%
     

Landesindex der Konsumentenpreise

(April 2021)

   
Stand (Dezember 2020 = 100)   100.8
  Jahresveränderung in Prozent   +0.3
     
Konsumentenstimmung (April 2021)    
Stand   -7.09 Punkte
  Quartalsveränderung   +7.15 Punkte
     
Volkswirtschaft (BAK Economics, April 2021)    
BIP, Jahresveränderung 2020 in Prozent (real)  -2.65  -2.87
BIP, Jahresveränderung 2021 in Prozent (real) 1.25 3.4
Beschäftigte (VZÄ), Jahresveränderung 2020 in Prozent 0.43 0.03
Beschäftigte (VZÄ), Jahresveränderung 2021 in Prozent -0.35  -0.22

 

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Konjunkturumfragen - Industrie

Die Produktion in der Industrie hat sich seit Jahresbeginn trotz schwierigem Umfeld positiv entwickelt; die Geschäftslage bleibt auf insgesamt "befriedigendem" Niveau. Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf deuten auf eine leichte Zunahme der Bestellungseingängen hin. Einzig bei den zu erwartenden Exporten ist mit einem Rückgang im ersten Quartal zu rechnen.

 

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Konjunkturumfragen - Baugewerbe

Äusserst positiv präsentiert sich der Geschäftslageindikator der Bündner Bauwirtschaft. Hat die Bautätigkeit gegen Ende 2020 wohl auch wegen des teils frühen Wintereinbruchs abgenommen, liegt der 3 Monatsrückblick zur Geschäftslage im April 2021 deutlich über dem Vorjahreswert.

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Konjunkturumfragen - Gastgewerbe

Die Stimmungslage im Bündner Gastgewerbe bleibt seit Jahresbeginn auf tiefem Niveau; insbesondere die Gastronomiebetriebe mussten grössere Umsatzrückgänge verzeichnen. Der Geschäftslageindikator erreicht in den ersten beiden Quartalen den tiefsten Stand seit Jahren. Nur leicht hat sich der Reservationsstand der Beherbergungsbetriebe seit Jahresbeginn verbessert, auch in der kommende Sommersaison wird wohl wiederum im Zeichen von kurzfristigen Buchungen, hauptsächlich von Schweizer Touristen stehen.

Gastgewerbe Graubünden: Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal in Prozent

  Gastgewerbe Beherbergung Gastronomie
4. Quartal 2020 -4.45 -0.94 -13.36
1. Quartal 2021 -27.40 -23.92 -36.24
2. Quartal 2021 -34.82 -26.36 -54.44

 

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Konjunkturumfragen - Detailhandel

Im Detailhandel zeichnet sich zum Befragungszeitpunkt im April ein vergleichsweise stabiles Bild ab, die meisten Sparten notieren zum Jahresbeginn eine befriedigende bis gute Ertragslage. Nach der Aufhebung der behördlich angeordneten Schliessung der Läden für Güter des nicht-täglichen Bedarfs erholt sich die Geschäftslage in den meisten Bereichen des Detailhandels allmählich leicht.

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Konjunkturumfragen der KOF ETHZ - Methodik:

Die bewährten Konjunkturumfragen der KOF ETHZ liefern aussagekräftige und zeitnahe Informationen über die aktuellen und künftigen Konjunkturtendenzen der Wirtschaft, einzelner Branchen und verschiedener Regionen. Aus Graubünden nehmen derzeit rund 25 Unternehmen aus der Industrie (monatlich), 40 Bauunternehmen (monatlich), 80 gastgewerbliche Betriebe (quartalsweise) sowie gut 100 Detaillisten (monatlich) an der Umfrage teil. Die jeweiligen Antworten werden entsprechend ihrer Beschäftigtenzahl gewichtet und zu Branchenergebnissen zusammengefasst. Die standardisierten Fragen sind überwiegend qualitativer Art, für die Interpretation der Daten wird der Saldo gebildet. Dieser wird aus der Differenz zwischen dem Anteil der positiven ("höher", "besser", "zunehmen", "zu gross") und der negativen Antworten ("niedriger", "schlechter", "abnehmen", "zu tief") berechnet.

An einer Teilnahme interessierte Unternehmen können sich direkt online bei der KOF ETHZ anmelden und von den Vorteilen profitieren. Die Ergebnisse der Umfragen bilden eine wertvolle Ergänzung zu den weiteren Indikatoren, Prognosen und Daten.