Drittes Plus in Folge für die Bündner Hotellerie

2.4 Prozent mehr Hotellogiernächte 2019

Die Bündner Hotellerie erzielte 2019 5.26 Mio. Nächtigungen; das dritte Plus in Folge resultiert vor allem aufgrund der gestiegenen Binnennachfrage. Der Trend zu immer kürzeren Aufenthalten sowie die Strukturbereinigung innerhalb der Branche finden eine Fortsetzung.

Von Patrick Casanova | Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubünden Do, 05.03.2020

Mit einem Plus von 2.4 Prozent gegenüber dem Vorjahr konnte die Bündner Hotellerie 2019 zum dritten Mal in Folge ihre Frequenzen steigern, wenn auch weniger deutlich als in den beiden Vorjahren. Nach einer Stagnation im ersten Quartal resultierte danach in den meisten Monaten ein Plus, gerade der Dezember fiel zum Abschluss mit einer Steigerung von 6.2 Prozent positiv ins Gewicht.

Veränderung der Nächtigenden gegenüber dem Vorjahr, 2006-2019

 

Hohe Nachfrage aus dem Binnenmarkt, Internationalisierung schreitet langsam voran

Ein grösseres Volumen als die im letzten Jahr erzielten 5.26 Millionen Nächtigungen erzielte die Bündner Hotellerie letztmals 2011, dem Jahr der Einführung des Euro-Mindestkurses. 

Die ausländischen Übernachtungen stiegen 2019 um 1.9 Prozent, mit gut 2 Millionen Übernachtungen hinkt deren Wert aber immer noch weit hinter den Ergebnissen der späten Nullerjahre hinterher. 2019 haben zur leichten Steigerung vor allem die Benelux-Staaten, die USA sowie China und Indien beigetragen. Ein kleines Plus wurde auch aus dem mit Abstand wichtigsten ausländischen Markt Deutschland verzeichnet, während aus Italien ein weiteres Mal ein Minus resultierte.

Die Anzahl inländischer Übernachtungen lag demgegenüber mit 3.2 Millionen noch nie höher als im letzten Jahr. Da auch die Wohnbevölkerung in der Schweiz stets wächst, ist das diesbezügliche Potenzial natürlich auch ungleich grösser als in früheren Jahren.

Entwicklung der Logiernächte in- und ausländischer Gäste, 2005-2019

 

92.5 Prozent aller Übernachtungen erzielt Graubünden mit Gästen aus der Schweiz sowie dem übrigen Europa. Dieser Wert ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken, die Internationalisierung nimmt langsam zu. Die asiatischen und amerikanischen Märkte tragen derzeit 3.8, beziehungsweise drei Prozent zum Total bei.

Logiernächte-Anteile nach Kontinenten, 2005-2019

 

Die fast zwei Millionen Ankünfte im letzten Jahr bedeuten einen Höchstwert für die Bündner Hotellerie, gleichzeitig sank dadurch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf noch 2.6 Tage. Der Trend zu Kurzaufenthalten hält seit über zwanzig Jahren unvermindert an, noch in den Neunzigern lag die mittlere Verweildauer bei über vier Tagen.

Nationaler Höchstwert

Schweizweit konnte im letzten Jahr mit 39.6 Millionen Nächtigungen ein Rekordwert verzeichnet werden. Elf der 13 Tourismusregionen verzeichneten mehr Nächtigungen als im Vorjahr, so auch das Wallis (+3.2 Prozent), das Tessin (+1.7 Prozent) oder Bern Region (+1.6 Prozent). Das Gewicht des Städte- gegenüber dem alpinen Tourismus nimmt in der längerfristigen Betrachtung stetig zu.

Entwicklung Logiernächte ausgewählter Tourismusregionen (Index 2005-2019)

 

Grosse Destinationen im Plus

Die grösste Bündner Destination, Engadin St. Moritz, steigerte im letzten Jahr ihre Hotelnächtigungen um 2.1 Prozent, die zweitgrösste Destination Davos Klosters um 0.7 Prozent. Gemeinsam generieren diese beiden Destinationen gut 50 Prozent aller Nächtigungen in Graubünden. Auch die nachfolgenden Organisationen erzielten meist einen Zuwachs. Bei den kleineren Destinationen können Änderungen in der Angebotsstruktur, resp. Betriebseröffnungen oder -schliessungen, rasch zu grösseren prozentualen Verschiebungen führen.

Weniger Hotels, bessere Auslastung der Kapazitäten

Graubünden zählte 2019 noch 695 Hotelbetriebe, 16 weniger als im Vorjahr. Die Anzahl Betten entwickelte sich nur leicht rückläufig auf noch 45'382, der durchschnittliche Bündner Hotelbetrieb umfasst so 65 Betten. Die Bruttoauslastung der Betten konnte leicht auf 31.7 Prozent gesteigert werden (Schweiz: 39.6 Prozent). Bei Betrachtung der Nettoauslastungen, mit Berücksichtigung der in der saisonalen Hotellerie oft langen Schliessungszeiten also, steigert sich die Belegung der Betten in Graubünden auf 40.8 Prozent.