Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen Talkpool ist spezialisiert im Aufbau von Telekommunikation-Netzwerken.

Talkpool – Unternehmen aus Chur gestaltet die Zukunft

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Chur mischt im weltweiten Geschäft der Breitbandversorgung mit und bietet im Bereich Internet of Things innovative Lösungen. Der Chairman des Unternehmens, Magnus Sparrholm, ist vom grossen Potenzial der Breitbandentwicklung überzeugt.

Von Cornelius Raeber Do, 20.09.2018

«Wir haben Tochterunternehmen in 15 Ländern und sind in 20 Ländern tätig», sagt Magnus Sparrholm, Chairman der Talkpool AG. Das Unternehmen hat vor gut 17 Jahren seine Zelte als Start-up in Chur aufgeschlagen. Treibende Kraft hinter dieser Ansiedlung: das Amt für Wirtschaft und Tourismus (AWT), das ihm ein gutes Angebot gemacht und ihn hervorragend unterstützt habe, begründet Sparrholm seine Wahl für die Bündner Kapitale als Hauptsitz für sein weltweit tätiges Unternehmen. 

«Unsere Tätigkeiten umfassen zwei Bereiche», erklärt der gebürtige Schwede weiter. Einerseits gehe es um den Aufbau von Glasfasernetzwerken mit den dazugehörenden Management- und Wartungsaufgaben, ein zweiter Bereich umfasse im weiten Sinne alles, was mit Wireless zu tun habe und Lösungen auf Basis des Internets der Dinge (IoT) oder «Augmented Reality» anbiete.

Talkpool CEO Erik Strömten und CEO Magnus Sparrholm am Hauptsitz in Chur.
Talkpool CEO Erik Strömsted (links) und Verwaltungsratspräsident Magnus Sparrholm am Hauptsitz in Chur

 

Drahtlos kommunizieren

Dabei kommt Sparrholm auf ein grösseres Projekt zu sprechen, das ihn aktuell beschäftigt und welches bei einem grossen weltweit tätigen Unternehmen in Zürich die Temperaturen, die Beleuchtung sowie die Storen in den Büros komplett vernetzt, selbst- und sensorgesteuert regeln soll. «Dank der technologischen Unterstützung mit Sensoren sowie der RFID-Erkennungstechnologie kann ein Betrieb optimiert und ein angenehmes Arbeitsklima geschaffen werden – und nicht zuletzt bleibt damit der Wert eines Gebäudes erhalten», zeigt Sparrholm auf. Massnahmen, die sich eben auch in günstigeren Betriebskosten wie z. B. in tieferen Versicherungsprämien niederschlagen würden.

Ebenso interessant tönt das Projekt «Smart Building» an der Europaallee in Zürich. Dort hat Talkpool eine Lösung installiert, welche den Bewohnern u. a. mitteilt, ob etwas in ihrem Briefkasten angekommen ist. Zudem ermöglicht das System den Bewohnern, ihre Wohnungstemperatur, das Licht sowie Storen vom Handy aus zu steuern. In einem weiteren Projekt, das er kurz erwähnt, gehe es um den Aufbau eines kleinen Netzwerks, das die Wasserversorgung einer mittleren Stadt in Italien drahtlos überwachen und regulieren soll. 

Auch auf der Ferieninsel Mauritius ist Talkpool aktiv. Dort baut das Unternehmen mit Partnern ein drahtloses Netzwerk auf, das über grosse HUBs (Verteilstationen) mehrere Hosts wie Banken oder Hotels miteinander verbindet und so einen schnellen Informationsaustausch ermöglicht.

Lohnende Geschäfte mit Glasfaser 

In Deutschland läuft in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom ein grosses Glasfaserprojekt, das verschiedene unterversorgte Gebiete erschliessen soll. «Mit einem Tool, das Google Earth ähnelt, werden in einem ersten Schritt bestehende Infrastrukturen erfasst», weiss Sparrholm und spricht von schwierigen und langen Verhandlungen mit der Telekom. 2016 sei sowieso ein intensives Geschäftsjahr mit hohen Investitionen gewesen, so der Physiker, der einst auch für die Europäische Organisation für Kernforschung (Cern) in Genf gearbeitet hat – und die Konkurrenz, die vor allem aus China komme, sei sehr aktiv und schnell. «Aber langfristig sind Glasfaserprojekte ein gutes Geschäft», ist Sparrholm überzeugt, der mit seiner Firma seit gut einem Jahr an der Nasdaq-First-North-Börse in Stockholm gelistet ist. 

Talkpool-Aktien werden an der Nasdaq Börse in Stockholm gehandelt.

Viele Jahre hat das Unternehmen auch für Schweizer Kommunikationsfirmen die Netzqualität gemanagt und deren Netzwerke optimiert, bevor es 2013 den Auftrag an eine chinesische Firma verloren hat. Marktleader für Glasfaserprodukte sei immer noch die amerikanische Firma Corning, welche die Lichtwellenleiter 1970 erfunden habe und schon bei der LCD- und Touchscreen-Entwicklung vorne dabei war.

Riesige Chance für Randregionen

Überzeugt ist Sparrholm auch, dass der Aufbau eines Breitbandnetzes – das zu 80 bis 90 Prozent aus Glasfasern bestehe – eine Grundvoraussetzung ist, um Randregionen, wie es der Kanton Graubünden ist, zu beleben. Der Chairman von Talkpool betont aber auch, es sei aus Kostengründen unmöglich, Glasfaserkabel in jedes Bergdorf zu ziehen, und zeichnet auf einem Papier kurzerhand ein Netzwerk für die nähere Region von Chur auf, das für die Datenverteilung auf den letzten Metern Richtfunk oder auch herkömmliche Kupferleitungen vorsieht. Eines sagt Sparrholm aber mit aller Deutlichkeit: «Jetzt wäre der Zeitpunkt, um auf die Karte Breitband zu setzen.»

Talkpool baut ein Netzwerk in Afrika. Talkpool baut ein Netzwerk in Afrika.

Kontakt

Talkpool AG
Gäuggelistrasse 7
7000 Chur

Telefon

Website http://www.talkpool.com