Die Alunos AG entwickelt berührungslose Sensorsysteme

Das Messen der Vitalfunktionen erhält eine neue Dimension

Corona ist in aller Munde. Alunos hingegen ist kaum Jemandem ein Begriff. Dabei entwickelt das Hightech-Unternehmen mit Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Landquart ein äusserst zukunftsweisendes Produkt: eine Technologie, mit welcher fundamentale Vitalparameter des Menschen kontaktlos gemessen und überwacht werden können.

Von Anita Fuchs Fr, 02.10.2020

Alunos? Noch nie gehört. Das Gebäude, in dem das Jungunternehmen Büro-Räumlichkeiten mietet, befindet sich in Landquart an zentraler Lage: zwischen der Postauto-Haltestelle Marktplatz und dem Bahnhofgelände. Stets sind an den beiden Orten Menschen unterwegs; jetzt, während der Sanierung der Bahnhofstrasse, etwas weniger. Hier befindet sich im schlichten Neubau mit der Nummer 11 das Technologiezentrum der Alunos AG.

Das innovative Unternehmen mit Sitz im zugerischen Unterägeri entwickelt und produziert in Landquart Sensorsysteme zur berührungslosen Messung von Vitalfunktionen wie Körpertemperatur, Herzfrequenz und Atemrhythmus bei Menschen. Künftig sollen diese sowohl für medizinische als auch für industrielle Zwecke eingesetzt werden. Weitere Vitalfunktionen sind im Forschungsstadium. Das Ziel ist stets das gleiche: Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung minimieren.

Modul- und nicht Produktlieferant

An den hochsensiblen Geräten arbeitet die Alunos AG nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie, sondern bereits seit der Gründung vor drei Jahren. Seither wurden zwei Generationen von Prototypen und jüngst das Vorserien-Modell gebaut sowie die ersten Kunden akquiriert. «Aktuell fokussiert sich die Alunos AG auf das Geschäft eines Systemlieferanten. Wir liefern das Sensor-Modul, unsere Kunden bauen diese in ihre Produkte ein», sagt Alunos-CEO Thomas Zehnder.

Innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre soll ein immer mächtiger werdendes System entwickelt werden, das letztlich in der Lage ist, sehr präzise Messdaten von Vitalparametern zu liefern und so zur Gesundheitssicherung beizutragen. Beim hochselektiven, gesundheitsbezogenen Vor-Screening werden die bereits erwähnten wichtigen Vitaldaten erfasst und damit eine Aussage im Sinne einer Triage gemacht, ob eine weitergehende Analyse durch medizinisches Personal angezeigt ist.

Thomas Zehnder (links), der CEO der Alunos AG, bespricht sich mit seinem Team. (Bild Alunos AG)

 

Stiftung als Partner und Investor

In Medizinaltechnik spezialisierte Gründungsmitglieder der Alunos AG unterstützen in den USA die Entwickler in der Forschung. Zudem beschäftigt sie knapp zehn Personen, die Hälfte davon in Landquart. Alle sind Experten aus den Bereichen Medizinprodukte, Advanced Imaging, Halbleiter, Photonik, domänenspezifische Modellierung und Produktionstechnologie. Bei erfolgreicher Unternehmensentwicklung soll sich die Mitarbeiterzahl in den kommenden zwölf bis 24 Monaten vervielfachen. Als Geschäftsführer und Verwaltungsrat dirigiert Thomas Zehnder, seines Zeichens Medizintechnik-Spezialist, Unternehmer und Investor, das Digital Health Startup.

Zu den drei Technologie-Partnern der Alunos AG zählt die Bündner Stiftung Innozet, welche die Wirtschaft im Technologie- und Tourismusbereich in Graubünden stärken möchte. Die Alunos AG wird als erstes Unternehmen seit der Neupositionierung der Stiftung mit einem Darlehen und einer Aktienbeteiligung gefördert. «Die finanzielle Unterstützung in dieser frühen Wachstumsphase des Unternehmens ist sehr wichtig», sagt Thomas Zehnder. «Im Weiteren profitieren wir von Innozet bei der Vernetzung mit anderen High-Tech-Unternehmen in der Region.»

Alunos-Mitarbeiter bei der Produktion Alunos-Mitarbeiter bei der Produktion

Feinarbeit - bei der Alunos AG werden hochsensible Sensoren entwickelt. (Bilder Alunos AG)

 

«Umfassender Pool an Fachwissen»

Weshalb entschieden sich die Zuständigen bei der Alunos AG ausgerechnet für Landquart als Zweitstandort? «Landquart ist logistisch ideal. Zudem entwickelte sich das Gebiet zwischen dem Zugerberg und dem nördlichsten Teil des Bündner Rheintals zu einem Photonics & Sensoric Valley. Dieses bietet uns einen umfassenden Pool an Fachwissen – darunter vier Universitäten, die Photonics-Master-Abschlüsse anbieten und aus denen wir Talente schöpfen können», erklärt Thomas Zehnder. Zweifelsfrei wird das zukunftsgerichtete Geschäftsmodell mit starkem Wachstumspotenzial auch dank dieser Komponente von Erfolg gekrönt sein. Corona hin oder her.

Die Neupositionierung...

Infobox

...der Stiftung Innozet wurde durch die Graubündner Kantonalbank zusammen mit der Trumpf Schweiz Grüsch AG ermöglicht. Das Engagement erfolgt im Rahmen des Jubiläumsprojektes #gkb2020. Mit der Start-up-Förderung setzt die GKB ein weiteres Zeichen zugunsten der Bündner Wirtschaft.

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6314 Unterägeri

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Bahnhofstrasse 11
7302 Landquart

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