Gesundheitsversorgungsbericht 2020

Einleitung

Der jährlich aktualisierte Gesundheitsversorgungsbericht hat zum Ziel, der Politik und der interessierten Öffentlichkeit einen Überblick über die Leistungen des Gesundheitsversorgungssystems zu gewähren, das der Bevölkerung im Fall von Krankheit, Unfall und Pflegebedürftigkeit zur Verfügung steht. Dabei zeigt der Bericht eine Bestandsaufnahme der verschiedenen Bereiche und macht dabei Vergleiche zwischen Leistungserbringern und Regionen.

Die Berichterstattung über die Gesundheitsversorgung Graubündens erfolgt über zwei Publikationen:

  • Kurzübersicht über die wichtigsten Kennzahlen und Entwicklungen in Form eines Leporellos (Online und Druck, erscheint auf Deutsch, Italienisch und Rumantsch)
  • Detailbericht mit weiteren Kenndaten, Tabellen, Abbildungen und Erläuterungen (nur Online, gegenwärtig nur auf Deutsch verfügbar)

Primär beleuchtet der Bericht die stationäre Versorgung, welche durch die öffentlichen und privaten Akutspitäler, die Rehabilitations- und psychiatrischen Kliniken sowie die Alters- und Pflegeheime bereitgestellt wird. Im Bereich der ambulanten Versorgung sind die ambulanten Leistungen der Spitäler und der psychiatrischen Kliniken sowie der Spitex-Dienste abgehandelt. Zusätzlich gibt der Bericht einen kurzen Überblick über die ambulante ärztliche Versorgung.

Datenherkunft und Datenbezug

Der Bericht stützt sich im Wesentlichen (und wo nicht anders vermerkt) auf die umfangreichen Kenndatensätze, die vom kantonalen Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit den Leistungserbringern jährlich erstellt und bereitgestellt werden.  Die Daten in den Bereichen Akutsomatik, Rehabilitation und Psychiatrie stützen sich sodann auf die Medizinische Statistik der Krankenhäuser des Bundesamts für Statistik. Dabei ist zu beachten, dass der Kanton Graubünden über aktuelle Daten nur für die Bündner Spitäler und Kliniken verfügt. Die Daten der ausserkantonal behandelten Bündner Patienten werden vom Bundesamt für Statistik erst wesentlich später zur Verfügung gestellt.

Die im Bericht erwähnten und aufbereiteten Kennzahlen, Tabellen und Abbildungen können direkt online heruntergeladen werden und dürfen mit einem Quellverweis für weitere Zwecke aufbereitet und verwendet werden.

Der Gesundheitsversorgungsbericht ist in folgende Kapitel unterteilt:

 

Kostenentwicklung im Gesundheitswesen

Die Aufrechterhaltung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung ist mit hohen und steigenden Kosten sowohl für die öffentliche Hand als auch für die Leistungsbezüger und für die Versicherungen verbunden. Der Kostenanstieg hat verschiedene Ursachen. Allen voran führen die steigende Lebenserwartung und die Alterung der Bevölkerung zu höheren Gesundheitskosten, daneben wirken der medizinische Fortschritt mit einer Zunahme der Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, das Nachfrageverhalten und die Ausweitung der von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu übernehmenden Leistungen als Kostentreiber.

Gegenüber dem Jahr 2000 haben sich die Gesundheitsausgaben des Kantons und der Gemeinden mehr als verdoppelt. Über 80 Prozent der jährlichen Ausgaben betreffen den Spital- sowie den Alters- und Pflegeheimbereich. Die restlichen Ausgaben entfallen auf die ambulante Krankenpflege und auf die Bereiche Prävention, medizinische Forschung und Entwicklung und weitere Gesundheitsausgaben, wie untenstehende Abbildung zeigt.

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Die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen spiegelt sich im Anstieg der Krankenversicherungsprämien, wie untenstehende Abbildung zeigt. Die mittleren Prämien im Kanton Graubünden liegen bei über 3100 Franken pro Person und Jahr (entspricht rund 260 Franken pro Monat). Dies ist zwar rund 10 Prozent weniger als im schweizerischen Durchschnitt, jedoch rund 25 Prozent mehr als noch im Jahr 2010.

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Die öffentliche Hand ist über die individuelle Prämienverbilligung (IPV) nochmals an den Gesundheitskosten beteiligt. Die Abbildung unten zeigt die Entwicklung des IPV-Volumens, das im Kanton Graubünden an die Haushalte ausbezahlt wird. Die Finanzierung der IPV teilen sich der Bund (rund 60 Prozent) und der Kanton (rund 40 Prozent).

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Bevölkerungsentwicklung

Die dezentrale Besiedlung und die regional unterschiedliche Bevölkerungsentwicklung und -alterung stellen besondere Herausforderungen an die Bereitstellung der Gesundheitsversorgung in Graubünden.

Die Bündner Bevölkerung wächst insgesamt, wenn auch unter dem Schweizer Durchschnitt und mit grossen regionalen Unterschieden. Aus Sicht der Gesundheitsversorgung ist auch die Entwicklung der Altersstruktur der Bevölkerung von besonderem Interesse. Ältere Personen benötigen häufiger medizinische Leistungen und werden häufiger hospitalisiert als jüngere Personen. Steht der steigenden älteren Bevölkerung eine gering wachsende oder gar rückläufige junge Bevölkerung entgegen, beschleunigt sich der Alterungsprozess in der Bevölkerung. Mit dieser Situation sind im Kanton verschiedene Regionen konfrontiert, besonders ausgeprägt die Val Müstair, das Unterengadin, das Bergell und das Oberhalbstein. Die Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung stellt gerade in diesen Regionen eine besonders anspruchsvolle Aufgabe dar, ist doch damit zu rechnen, dass trotz rückläufiger Bevölkerungszahl die Nachfrage nach medizinischen Leistungen und die Gesundheitskosten weiter zunehmen werden.

Zusätzliche Informationen zur Bevölkerungsentwicklung Graubündens finden sich im kantonalen Statistikregister und bei den Zahlen und Fakten zum Kanton Graubünden.