Die Technologie gibt es – die Geschäftsmodelle, diese auch richtig zu nutzen, nur teilweise.

Blockchain und Kryptowährungen - Hype oder die Zukunft der Wirtschaft?

Blockchain und Bitcoin - zwei Worte, die sowohl die IT-Branche als auch die Wirtschaft im Allgemeinen faszinieren. Doch was steckt dahinter? Einfach nur eine neue Technologie, eine neue Währung oder ist es das Geschäftsmodell der Zukunft? GRimpuls geht diesen Fragen im Dossier nach.

Gleich vorweg sollte Klarheit geschaffen werden. Blockchain ist kein neues Geschäftsmodell, sondern eine Technologie. Der Einsatz von Blockchain-Technologie hat aufgrund seines disruptiven Charakters einen Einfluss auf bestehende Geschäftsmodelle in vielen Branchen. Das sagen zumindest Corsin Capol, Dozent für Informatik am Institut für Photonics und ICT der HTW Chur, und Michael Forster, Dozent für Betriebswirtschaft an der HTW und Berater beim Schweizerischen Institut für Entrepreneurship SIFE. Beide arbeiten an einem Projekt zur Digitalisierung von Rezepten für verschreibungspflichtige Medikamente auf Blockchain-Basis.

Doch was ist eigentlich eine Blockchain und weshalb bilden die Technologie und Kryptowährungen wie Bitcoin für Aussenstehende eine fast nicht zu trennende Einheit? «Die Blockchain-Technologie baut auf dem Internet auf. Diese ist eine Erweiterung des Internets.», führt Corsin Capol aus. Spricht man vom Internet, dann geht es um die Übertragung von Daten. Das Revolutionäre an der Blockchain ist, dass nun auch Werte ausgetauscht werden können, ohne dabei auf einen Intermediär angewiesen zu sein. Das war bisher über das Internet nicht möglich.

Blockchain ist die Technologie, welche Bitcoin als Währung ermöglicht, erklärt Capol. Bei Bitcoin als Cryptowährung ist der der Wert offensichtlich – man überträgt Geld in einer Transaktion von A nach B. Das können aber auch andere Werte sein, wie zum Beispiel ein Grundstück, ein elektronisches Rezept oder ein Zertifikat für einen Diamanten.

Komplexes, aber dezentrales System

Jede Transaktion wird an das dezentrale Netzwerk zur Überprüfung gesendet. Die einzelnen Rechnerknoten im Netz verfügen über ein Verfahren, in welchem diese feststellen können, ob eine Transaktion gültig ist. Dies entspricht unter anderem der Prüfung, ob der Sender über ein entsprechendes Guthaben verfügt bei einer Bitcoin Transaktion. 

So funktioniert die Blockchain

Die gültige Transaktion wird dann gemeinsam mit weiteren Transaktionen zu einem Block zusammengefasst. Auf der Basis des vorigen Blocks und den Daten des neuen Blocks wird ein Fingerabdruck erzeugt. Der neue Block wird durch einen Konsensmechanismus (Proof-of-Work, Proof-of-Stake) bestätigt und der bisherigen Kette von Blöcken angefügt. Diesen Prozess nennt man «schürfen». Miner sind die Rechnerknoten, welche das Schürfen übernehmen.

 

Was hat das mit Bitcoins zu tun?

Eine Blockchain ist, so erklärt es Michael Forster, eine Art Register, in dem festgehalten wird, dass eine Transaktion zwischen zwei Personen, die sich nicht kennen aber einander trotzdem vertrauen müssen, stattgefunden hat. Und in diesem Netzwerk hat es ganz viele Teilnehmer, welche die Transaktion und deren Validität bestätigen müssen.

Und nun kommen die Bitcoins ins Spiel. Die Teilnehmer des Bitcoin-Netzwerks erhalten eine Entschädigung weil sie Rechenleistung für die kryptografischen Berechnungen, dem sogenannten Mining, zur Verfügung stellen. Diese Entschädigung entspricht einem kleinen Teil der Transaktionssumme in Bitcoin-Währung. Ein Miner kann theoretisch auch eine Privatperson mit einem Laptop zu Hause sein.

Das Problem, das sich im Zusammenhang mit Kryptowährungen für Unternehmen stellt, ist deren Volatilität. Bestes Beispiel dafür ist der Bitcoin. Kostete ein Bitcoin Anfang 2017 noch rund 1000 Dollar, stieg der Wert innert weniger Wochen auf 20'000 Dollar, um danach wieder rapide zu sinken. Heute pendelt der Kurs um 7000 Dollar.

Ausführliche Analysen zur Volatilität von Kryptowährungen finden Sie hier und hier(GRimpuls)