Neue Arbeitsformen dank Covid-19

Von Gregor Stücheli | Inhaber und Geschäftsführender Partner Inventx AG Mo, 06.07.2020

Die Coronapandemie hat die Wirtschaft einerseits schwer getroffen, andererseits aber auch die Möglichkeiten und Chancen neuer Arbeitsformen aufgezeigt. Auch wir bei Inventx mussten uns mit dem Shutdown am 16. März von einem Tag auf den anderen komplett neu organisieren, da die meisten Mitarbeiter ins Home Office wechselten.

Generell lässt sich sagen, dass wir den Shutdown sehr gut gemeistert haben. Es ist uns sogar gelungen, in der Coronazeit für einen neuen Kunden die gesamte Bankeninformatik mit allen Daten neu aufzubauen und live zu setzen, was für unsere Mitarbeitenden sowie den Kunden eine spezielle Erfahrung war. Normalerweise arbeiten unsere Teams in solchen Situationen vor Ort eng miteinander, dass dies aber auch über ein Remote-System aus dem Home Office funktioniert, konnten wir damit beweisen.

Nachdem sich die Lage inzwischen etwas normalisiert hat, haben wir in der erweiterten Geschäftsleitung die letzten Wochen und Monate analysiert und dabei Tops, Flops und Takeaways für unser Unternehmen definiert.

Unsere Tops

  • Die Work/Life-Balance hat sich für die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Coronazeit durch das Home Office verbessert. Work und Life sind stärker verschmolzen und die Trennung ist unschärfer geworden.
  • Die Wochen im Home Office haben uns gezeigt, dass auch zu Hause effizient und fokussiert gearbeitet wird.
  • Der Wegfall des Arbeitsweges ist für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine grosse Erleichterung. Man starte viel entspannter in den Tag, hiess es in den Feedbacks der betroffenen Mitarbeitenden.
  • Durch Videocalls wurde der Standort unwichtiger. Es war nicht mehr von Bedeutung, ob jemand in Chur, Brüttisellen oder St. Gallen arbeitet. Das standortübergreifende Arbeiten verbesserte sich merklich.
  • Unsere Teams haben sich überwiegend selbst organisiert. Das zeigt uns, dass man noch viel stärker in agile Organisationsformen investieren muss. Unsere 270 Mitarbeiter haben bewiesen, dass sie das können.

Unsere Flops

  • Der Austausch und die Gespräche beim Kaffee und in der Mittagspause fehlen. Dies erschwert die Innovation, da genau in solchen Gesprächen oft innovative und kreative Ideen entstehen.
  • Wenn alle Mitarbeitenden im Home Office arbeiten, leidet die Firmenkultur. 
  • Das Postwesen funktioniert im Home Office nicht optimal. Es müssen Lösungen gefunden werden, wie wir in Zukunft mit (physischer) Post effizienter umgehen.
  • Die Tools, um remote zu arbeiten, müssen bereit sein.

 

Unsere Takeaways

Es ist zwar ärgerlich, dass unser Bauvorhaben in Chur weiterhin durch Einsprachen blockiert ist. Dadurch haben wir aber die Chance erhalten, das Innenleben des Gebäudes mit den Corona-Erfahrungen neu zu überdenken. Unser Ziel ist es, dass Büro noch cooler und schöner zu gestalten, sodass sich unsere Mitarbeitenden noch stärker mit Inventx identifizieren.

Des Weiteren sind wir auch davon überzeugt, dass es in Zukunft nicht gleich viel oder weniger, sondern tendenziell noch mehr Bürofläche brauchen wird. In unseren Räumlichkeiten wollen wir Kreativflächen und Rückzugszonen schaffen, um eine motivierende und inspirierende Situation zu kreieren. Aber auch multifunktionale Begegnungszonen und eine spezielle Gastronomie zielen wir an. Ausserdem gilt es, die Prozesse noch weiter zu digitalisieren. Nicht nur in unserem Unternehmen, sondern auch bei unseren Kunden.

Überdacht und angepasst werden müssen auch die Führungsrollen in unserem Betrieb. Das Führen über Ziele und das Führen über Vertrauen müssen weiter verstärkt werden, dann funktioniert auch ein dezentrales Arbeiten.

Das haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Inventx im Corona-Shutdown bewiesen. Sie haben in dieser schwierigen Zeit sehr diszipliniert und fokussiert gearbeitet. Dafür gebührt ihnen ein ganz grosses Lob.