Innovation als Business Driver

Von Dieter Conzelmann | CEO/Geschäftsführer Bizerba Busch AG Fr, 28.06.2019

Das Finden von neuen Innovationen wird immer schwieriger. Früher waren Firmen hauptsächlich damit beschäftigt, innovative Produkte zu entwickeln. Der Fokus lag dabei sehr stark auf Technologie. Heute stehen innovative Geschäftsmodelle im Vordergrund. IT-Technologien bieten uns diese Möglichkeit. Das soll heissen, die Technologien sind alle vorhanden, die Frage ist, wie wir sie anwenden.

Wir bei Bizerba Busch sind dazu übergegangen in Geschäftsmodellen zu denken. Dabei spielt Technologie zwar eine Rolle, aber es ist nicht die führende Rolle. Es geht darum, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln, welche Bizerba Busch und die Kunden auf die nächste Ebene bringen. Damit heben wir uns von Anbietern minderwertiger Waren aus Billiglohnländern ab. Für uns spielt die Zusammenarbeit mit lokalen Hochschulen, Startups und Forschungsinstituten (wie dem CSEM) eine grosse Rolle. Der Input aus der Forschung und Entwicklung sowie unternehmensfremden Branchen liefert uns Ideen für neue Geschäftsmodelle. 

Bizerba Busch hat für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle eine strukturierte sechsstufige Methode entwickelt. Wir beginnen mit der Inspirationsphase. In dieser ersten Phase lassen wir uns von aktuellen Trends und spontanen Ideen inspirieren. Danach folgt die „Status Quo“-Phase. Hier analysieren wir, was bereits vorhanden ist. Dann starten wir Kreativitätsworkshops mit dem Ziel, neue Geschäftsmodelle zu finden. In der nächsten Phase werden die Geschäftsmodelle bewertet. Die Modelle, die Erfolg versprechen, werden weiterverfolgt. In der Umsetzungsphase werden die neuen Geschäftsmodelle getestet – auch gemeinsam mit Kunden. Anschliessend werden in einer weiteren Phase die Ergebnisse und Erfahrungen ausgewertet. Die Erkenntnisse fliessen wiederum in unser Phasenmodell ein. Mehr darüber erfahren Sie unter www.success-loop.com

Innovative Geschäftsmodelle können innerhalb weniger Stunden entstehen. Dabei ist die Besetzung der Teams wichtig. Es empfiehlt sich, ein interdisziplinäres Team mit Mitarbeitenden aus allen Unternehmensbereichen zusammen zu stellen. Bei der Entwicklung eines innovativen Geschäftsmodells kann auch ein Schlosser oder Einkäufer seinen wertvollen Beitrag leisten. Die Auswahl der Technologien findet statt, nachdem das Geschäftsmodell zusammen mit den Kunden geprüft wurde. 

Der Megatrend der Digitalisierung verspricht viele innovative Geschäftsmodelle, an die wir heute noch gar nicht denken. Wer hätte damals beim ersten Mobiltelefon daran gedacht, dass wir heute einen kompletten Büroarbeitsplatz in der Hosentasche tragen? Die Digitalisierung ist deshalb von allem als Chance zu begreifen, nicht nur als Gefahr. Kleine und grosse Unternehmen werden im globalen Wettbewerb davon profitieren. Ich wage sogar zu behaupten, dass kleinere Unternehmen schneller neue innovative Geschäftsmodelle umsetzen können als grosse Konzerne. Nichtsdestotrotz gilt für alle, dass in Zeiten des Umbruchs nur der umfällt, der sich nicht bewegt.