Beweglichkeit und Kundenverständnis als Treiber für Innovationen

Von Daniel Fust | CEO Graubündner Kantonalbank Mi, 04.12.2019

Innovation kann erfolgsentscheidend sein, das steht ausser Frage. Heute hat man aber oft das Gefühl, dass die Machbarkeit dominiert. Es geht aber nicht nur um das, was machbar ist, sondern um Innovationen, die Nutzen stiften. Für die Kunden und für das Unternehmen

Innovation erfordert den Mut zu verantwortungsbewussten Entscheiden und Veränderungen, die für künftige Erfolge zentral sind. Hier kann man viel Geld investieren, ohne klar zu wissen, was sich künftig durchsetzen wird. Deshalb gibt es verschiedene Strategien mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Auf der einen Seite sind die Innovationsleader mit dem Anspruch, die ersten in ihrer Disziplin zu sein. Daneben gibt es die Early/Smart Follower, die ebenfalls erfolgreich agieren können. Diese investieren erst nach sich abzeichnenden Trends, dafür mit hoher Flexibilität und Schlagkraft

Bei der Graubündner Kantonalbank geniesst Innovation einen hohen Stellenwert. Deshalb haben wir unsere Geschäftseinheit «Digital Banking & Services» neu aufgestellt und in die Bereiche «Innovation» und «Betrieb» aufgeteilt. Dies verschafft uns Freiräume, um losgelöst vom Tagesgeschäft innovativ Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Wichtig dabei sind organisatorische Vereinfachungen und neue Zusammenarbeitsmodelle mit internen und externen Partnern. Hier legen wir Wert auf flexiblere Prozesse und setzen auf agile Netzwerkstrukturen, wo klassische Hierarchie zu langsam wird. 

Wer Innovation im Unternehmen ermöglichen will, muss die Zusammenarbeit und die Hierarchiestrukturen vereinfachen. Gefragt sind bewegliches Teamwork und schnelle Wege zu allen Funktionen und auf allen Stufen. Ein Beispiel dafür ist unsere Kooperation mit dem Lab der Fachhochschule Graubünden. Das Ziel dabei: gemeinsam mit den Kunden zukunftsfähige Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die noch stärker auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ausgerichtet sind. 

Auch unsere Bestrebungen im Thema «Arbeitswelt 4.0» zielen darauf ab, Innovationskraft und Kreativität zu entwickeln. Dabei wollen wir die Ideen der jüngeren Generation mit der Erfahrung der älteren Generation zusammenbringen. Dies zwingt uns zu einer Auseinandersetzung mit unserer Führungskultur. Klassisches Management orientiert sich an Zahlen, Fakten, Systemen, Strukturen oder Ressourcen – und verdrängt so ein innovationsfreundliches Klima. Gelebtes Leadership hingegen schafft ein inspirierendes Arbeitsumfeld und bereitet den Nährboden für persönliches Wachstum, für Engagement und innovative Ideen. 

Unternehmen müssen heute in der Lage sein, einen Spagat zwischen verschiedenen Anforderungen zu vollbringen. Einerseits müssen sie neue Geschäftsmodelle entwickeln und andererseits bestehende weiterentwickeln. Wer diese Herausforderung proaktiv angeht, erhöht seine Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft. Stillstand ist keine Option und Hoffnung keine erfolgsversprechende Strategie. Für uns sind Beweglichkeit und Kundenverständnis zentral, wenn es um Innovationen geht.