Späne aus der Denkwerkstatt

Viva Bündner Gesundheitstourismus

Ein gesunder Lebensstil und die Optimierung der eigenen Vitalität liegen im Trend. Graubünden kann davon profitieren und gezielt in den Gesundheitstourismus investieren.

Von Wirtschaftsforum Graubünden Di, 10.03.2020

Reha und Physiotherapie, Wellness, Entschleunigung, Yoga, Fitness, Ernährung und Achtsamkeitstraining – die Angebotspalette des Gesundheitstourismus ist so breit wie nie zuvor. Ein Wertewandel in der Gesellschaft hin zu einem gesunden, nachhaltigen Lebensstil und die gleichzeitige Zunahme an zivilisationsbedingten Erkrankungen führen dazu, dass sich Menschen von jung bis alt intensiv mit ihrer Gesundheit auseinandersetzen und gesundheitstouristische Angebote nachfragen. 

Zwischen 45 und 65 Jahren verdoppeln sich die Gesundheitsausgaben 

Ab dem 50. Altersjahr nehmen die Gesundheitsausgaben deutlich zuFür den Gesundheitstourismus ist deshalb die Altersgruppe der 55- bis 75-Jährigen besonders interessant. Diese Personen investieren viel in die Vitalität und Gesundheit und sie sind ausreichend mobil, um Gesundheitsdienstleistungen in anderen Regionen, wie zum Beispiel Graubünden, in Anspruch zu nehmen. Graubünden ist bei dieser Zielgruppe bereits als Feriendestination sehr beliebt, denn die sogenannten «Best Ager» stellen eine bedeutende Gästegruppe Graubündens dar.

Grafik Kosten des Gesundheitswesens in der Schweiz nach Altersklassen

 

Für den Bündner Gesundheitstourismus sind allerdings nicht nur «Best Ager», sondern auch weitere Gästegruppen interessant. Dazu zählen besonders auch Zweitheimische: Die rund 55'000 ausserkantonalen Ferienwohnungsbesitzer mit ihren Familien frequentieren bereits heute Regionalspitäler und fragen verschiedene Gesundheitsdienstleistungen vor Ort nach, von Massagen und Physiotherapie bis zu zahnärztlichen Behandlungen.

Ausbau des Bündner Gesundheitstourismus bietet Vorteile

Die Vorteile in einem Ausbau des Gesundheitstourismus in Graubünden liegen auf der Hand, wie eine Untersuchung des Wirtschaftsforums Graubünden zeigt. Die Spitäler und Gesundheitszentren in den Tälern unterliegen starken saisonalen Schwankungen. Ein vielversprechender Ansatz liegt daher in der Kooperation zwischen Gesundheitsanbietern und dem TourismusBei einer Zusammenarbeit mit der Hotellerie besteht die Chance, interessante gesundheitstouristische Angebote zu lancieren und damit die bestehenden Kapazitäten insgesamt gleichmässiger auszulasten. Die Kooperation resultiert in wertvollen Deckungsbeiträgen auf beiden Seiten. Der Gesundheitstourismus hat auch das Potenzial, hochwertige dezentrale Arbeitsplätze im Bündner Gesundheitswesen zu halten bzw. neu zu schaffen.

Dieser Text basiert auf dem Bericht «Sana per Raetia» des Wirtschaftsforums Graubünden.