Gut besuchtes Seminar des Wirtschaftsforums Graubünden

Visionen für Graubünden formulieren

30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich an einem Seminar mit der Zukunft des Kantons Graubünden befasst. Das Seminar des Wirtschaftsforums Graubünden stand unter dem Titel «Standortentwicklung Graubünden»

Von René Mehrmann Do, 07.11.2019

Wohin soll sich der Kanton Graubünden in den kommenden 30 Jahren entwickeln? Wo liegen die Chancen und wo die Herausforderungen auf diesem Weg? Und welche Ziele sollen bis 2050 erreicht werden? Antworten auf diese Fragen suchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars «Standortentwicklung Graubünden» des Wirtschaftsforums Graubünden am Montag an der Fachhochschule Graubünden.

Das Seminar zeigte, einfache Antworten auf diese Fragen sind keine zu finden. Die Topographie und die Heterogenität des Kantons spielen in allen Überlegungen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Das zeigte sich in den Diskussionen der Teilnehmer, die aus den Bereichen Bildung, Politik, Gemeinden, Institutionen und Tourismus das Seminar besuchten.

Studie «Alptraum» als Grundlage

Zum Start des Seminars stellte Peder Plaz, Geschäftsführer des Wirtschaftsforums Graubünden, die wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie «Alptraum» vor. Dieser vor gut einem Jahr publizierte Bericht liefert Grundlagen und Handlungsempfehlungen zu Handen der Politik, um Graubünden in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

Gemäss der Studie stelle die sowieso schon dünne Besiedlung, gekoppelt mit in vielen Gemeinden abnehmenden Einwohnerzahlen und einer zunehmenden Überalterung der Bevölkerung viele Täler des Alpenraum vor grosse Herausforderungen. Der Tourismus werde in Zukunft nicht mehr flächendeckend als wirtschaftliches Rückgrat des Berggebiets wirken und die langen Arbeitswege zu alternativen Arbeitsplatzzentrun würden es jungen, gut qualifizierten Menschen erschweren, ihren Lebensmittelpunkt nach der Ausbildung (zurück) in den Alpenraum zu verlegen.

Die Studie zeigt im weiteren mögliche Strategien für die Zukunft und Handlungsoptionen auf. Dazu gehören unter anderem die bessere verkehrstechnische Anbindung Graubündens an die Metropolitanzentren der Schweiz, aber auch innerhalb der Zentran des Kantons. Ausserdem müsse besonderes Augenmerk auf die Bildung (Fachhochschule, höhere Fachschulen) und die Weiterentwicklung des Tourismus mit einer Konzentration auf internationale Gäste aus Fernmärkten gelegt werden.

Grafik: Wirtschaftsforum Graubünden

 

In der Diskussion über mögliche Massnahmen der Standortentwicklung zeigte sich, dass nicht alle im Bericht «Alptraum» angedachten Szenarien von den Vertretern in den verschiedenen Regionen und Gemeinden auf Zustimmung stossen.

Dies zeigt beispielhaft die Diskussion um die verkehrstechnisch besser Anbindung des Kantons an in- und ausländische Regionen. Die Meinungen, ob etwa die Porta Alpina in der oberen Surselva wieder aufs Tapet kommen oder die Zugsverbindung zwischen dem Münstertal und dem Vinschgau realisiert werden soll gehen weit auseinander. 

Für Peder Plaz ist damit das Ziel dieses Seminars erfüllt. «Wir wollen, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die wirtschaftlichen Zusammenhänge in Graubünden verstehen, die wichtigsten Themen und Theorien der Standortentwicklung kennen und die Möglichkeiten von Gemeinden und Kanton, darauf Einfluss zu nehmen, kennen.