Graubündner Kantonalbank ermöglicht eine virtuelle Zeitreise in die Welt der Gletscher und des Wassers

«Virtual Reality Glacier Experience» in Pontresina eröffnet

Am Mittwoch ist die neue, interaktive Ausstellung «Virtual Reality Glacier Experience» in Pontresina den Medien vorgestellt worden. Sie bietet eine virtuelle Zeitreise rund um den Morteratgletscher. Ermöglicht hat diese virtuelle Gletscherwelt die Graubündner Kantonalbank im Rahmen ihres 150-Jahr-Jubiläums.

Von René Mehrmann Do, 08.10.2020

«Mit der neuen Attraktion sensibilisieren wir die Besucher für die Gletscherschmelze sowie für die Notwendigkeit von Pioniertaten. Fundierte Wissenschaft gepaart mit modernster Wissensvermittlung bildet genau die Innovation, welche die Graubündner Kantonalbank unterstützen will», sagte GKB-CEO Daniel Fust anlässlich der Medienorienteriung im Besucherzentrum bei der Talstation Diavolezza in Pontresina.

Die interaktive Ausstellung gibt Antworten rund um die Themen Gletscher und Wasser und nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch Raum und Zeit. Die Besucherinnen und Besucher können in die Vergangenheit und Zukunft eintauchen und das Gebiet rund um den Morteratschgletscher in vier virtuellen Touren erleben. Anhand unterschiedlicher Klimaszenarien wird der Rückzug der Gletscherzunge aufgezeigt.

Blick in die Virtual Reality Glacier Experience Peter Fanconi und Daniel Fust beim Testen der VR-Brillen

Ein Blick in die «Virtual Reality Glacier Experience» und Bankpräsident Peter Fanconi (links) und GKB-CEO Daniel Fust beim Testen der Virtual-Reality-Brillen. (Bilder zVg)

 

Zeitreise rund um Gletscher und Wasser

Die interaktive Ausstellung zeigt auf, welche Auswirkungen der Klimawandel auf das Hochgebirge hat. Auf rund 250 Quadratmetern im ehemaligen Restaurant der Diavolezza-Talstation erleben die Besucherinnen und Besucher die Veränderungen des Morteratschgletschers von 1875 bis 2100. Mögliche Szenarien lassen sich mit einer Virtual-Reality-Brille oder am Holoscreen entdecken.

«Dank dem virtuellen Gletschererlebnis erfahren Besucher, wie wichtig das Thema der Entwässerung auf der ganzen Welt ist und welche Gedanken man sich in Graubünden macht, um dieser Herausforderung vor Ort zu begegnen», sagte Fanconi an der Präsentation. Inmitten der rauhen Natur und dem imposanten Berninamassiv erziele ein solches Besucherzentrum die optimale Wirkung, denn hier sei man am Ort des Geschehens.

Projekt MortAlive soll den Gletscher retten

Im Rahmen der Ausstellung wird auch das Gletscherpflegeprojekt MortAlive des Bündner Glaziologen Felix Keller vorgestellt. Die Idee: Die Gletscherzunge soll im Sommer mit technischem Schnee aus Schmelzwasser beschneit werden und dadurch die Eisschicht schützen. Greifbar wird dazu auch eine Schweizer Innovation: NESSy ZeroE. Diese patentierte Schneilanze produziert technischen Schnee ohne Strom.

Die wissenschaftlich fundierte Ausstellung wurde möglich durch die enge Zusammenarbeit der GKB mit der Zürcher Hochschule der Künste und der Universität Fribourg. Gemeinsam entwickelten sie in den letzten zwei Jahren detaillierte Gletschermodelle und erschufen die virtuelle Welt rund um den Morteratschgletscher.

Die «Virtual Reality Glacier Experience» ist ab dem 10. Oktober täglich für Einzelpersonen, Familien und Gruppen geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.

Aus Anlass des 150-Jahr Jubiläums...

Infobox

...hat die Graubündner Kantonalbank die Vorstudie des Projekts MortAlive finanziert. Mit der Vorstudie wurden die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen gelegt für die weltweit erste grossangelegte Pflege eines Gletschers. Die Idee sieht vor, mit über den Gletscher gespannten Schneiseilen diesen zu beschneien und so die Eisschicht zu schützen. Noch in diesem Herbst soll bei der Diavolezza-Talstation ein Testanlage eingerichtet werden. Die «Virtual Reality Glacier Experience» soll die Besucherinnen und Besucher über dieses Projekt informieren und sie für das Thema sensibilisieren.