Kanton und Bündner Wirtschaft ziehen eine positive erste Bilanz zur Bündner Teststrategie.

Teststrategie in Graubünden wirkt

Während in der ganzen Schweiz die Zahlen der Coronainfektionen wieder leicht steigen, bleiben die Fallzahlen in Graubünden auf einem konstanten Niveau. Das habe zu einem grossen Teil mit der Teststrategie des Kantons zu tun. So lautet das erste Fazit des Kantons nach zwei Monaten der aktiven Teststrategie.

Von Redaktion GRimpuls Mi, 31.03.2021

Seit Anfang Februar beteiligen sich über 1500 Unternehmen mit rund 50'000 Mitarbeitenden an den wiederholten Testungen. Zudem lassen sich knapp 22'000 Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen sowie Mitarbeitende von 144 Bündner Volks- und Mittelschulen freiwillig testen, wie es heute an einer Medienkonferenz des Kantons hiess. Dies entspreche rund 45 Prozent der mobilen Bevölkerung zwischen fünf und 64 Jahren.

Seit dem wiederholten Testen in Betrieben und Schulen wurden keine Ausbrüche mehr verzeichnet. Bei den Betriebstestungen wurden bisher 193 und bei den Schultests 16 asymptomatische Personen eruiert. Im landesweiten Vergleich weist Graubünden bei der 7-Tage-Inzidenz und beim R-Wert die zweittiefste Zahl aus, hiess es an der Medienorientierung. 

Millionenverluste verhindert

Das wiederholte Testen erspart den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der teilnehmenden Betriebe unnötige Quarantäne. Mitarbeitende, die engen Kontakt zu einer infizierten Person hatten, müssen nicht mehr in Quarantäne. Sie können weiterhin arbeiten, sofern sie symptomfrei bleiben und im Rahmen der Betriebstestungen während sieben Tagen täglich negativ getestet werden.

Die Auswertung des Contact Tracings zeige, dass es lediglich bei einer von zehn Personen während der Quarantäne zum Krankheitsausbruch komme, schreibt der Kanton in der Mitteilung zur Medienkonferenz. Durch den Arbeitsausfall würden für die Wirtschaft Millionenverluste entstehen. Dank aktivem Testen könnten Millionverluste verhindert werden.

Grafik Überlegungen zu Kosten/Nutzen

Überlegungen zu Kosten/Nutzen der Bündner Teststrategie. (Quelle/Grafik Wirtschaftsforum Graubünden)

 

Das sich die Teststrategie rechnet zeigen auch Berechnungen des Wirtschaftsforums Graubünden, wie dessen Geschäftsführer Peder Plaz an der Medienorientierung aufzeigte. Für Kurzarbeitsentschädigungen, Covid-19-Kredite vom Bund für Graubünden und für Härtefallentschädigungen rechnet der Kanton insgesamt mit Aufwendungen von ungefähr 713 Millionen Franken. Demgegenüber kosten die Tests rund 12 Millionen Franken.

Dank den präventiven Testungen stagnieren die Covid-Fallzahlen in Graubünden. So hätten weitere einschneidende Massnahmen vermieden werden können, wie der Kanton weiter festhält. Eine Schliessung der Skigebiete hätte nach Berechnungen des Wirtschaftsforums Graubünden zusätzlich 320 Millionen Franken gekostet.