Integra Biosciences erweitert den Firmensitz in Zizers für über 100 Millionen Franken.

Start für Integra-Erweiterungsbau

Das Zizerser Technologieunternehmen hat kürzlich den Startschuss für den Integra Campus vollzogen. Bis 2028 entstehen 250 neue Arbeitsplätze.

Von Redaktion GRimpuls Mi, 03.11.2021

Die Roboter, Laborprodukte und Pipetten von Integra sind auf der ganzen Welt gefragt. So gefragt, dass der Umsatz des Unternehmens im Jahr 2020 um 73 Prozent gestiegen ist. In den letzten zehn Jahren betrug das Wachstum durchschnittlich 23 Prozent. «Wir wachsen stärker und schneller, als wir es erwartet haben», freut sich CEO Urs Hartmann. «Deshalb wollen wir die Kapazität in allen Unternehmensbereichen steigern. Mit dem Bau des INTEGRA Campus können wir den Standort Zizers für eine langfristige Entwicklung sichern.»

Das bestehende Gebäude im Industriegebiet Tardisland wurde 2009 erbaut und 2019 erstmals erweitert. Nun wird es zu einem 30’000 Quadratmeter grossen Campus ausgebaut. Es entstehen 250 neue Arbeitsplätze. Die Bauarbeiten haben mit dem Spatenstich vergangene Woche begonnen und sollen in zwei Etappen abgeschlossen werden. Die erste Ausbaustufe des neuen Gebäudes wird 2023, die zweite 2028 eröffnet.

Gian-Andrea Sutter, Projektleiter Integra Biosciences, Roy Dolder, Projektleiter Integra Immobilien, Architekt Gian Fanzun, Andrian Oehler, CEO Integra Immobilien und Integra Holding, Regierungsrat Marcus Caduff, Urs Hartmann, CEO Integra Biosciences, und Marc Handlery, Verwaltungsratspräsident Tardisland Zizers, (von links) beim Spatenstich für das neue Gebäude. (Bild zVg)

 

Automatisierter Industriebetrieb und kreatives Dorf in einem

Die grösste Umstellung wird in der Produktion erfolgen. Bisher produzierte Integra die patentierten Pipettenspitzen und weitere Verbrauchsmaterialien ausschliesslich am Standort in Hudson im US-Bundesstaat New Hampshire. Neu wird dies auch in Zizers geschehen. Dafür ist eine Produktionshalle vorgesehen, in der hochmoderne Spritzgussanlagen in einem Reinraum rund 40 verschiedene Arten von Pipettenspitzen herstellen.

«Wir stellen auf einen 24-Stunden-Betrieb um und setzen dafür auf ein hohes Mass an Automation», erklärt Urs Hartmann. Für fertige Produkte und Verbrauchsmaterialien steht ein vollautomatisches Hochregallager zur Verfügung. Vom Logistikdock aus werden sie dann in die Schweiz und die ganze Welt ausgeliefert.

Der Integra Campus soll aber nicht nur ein auf Effizienz und Exzellenz getrimmter Industriebetrieb sein, sondern auch ein Ort, an dem Innovation entsteht. Dafür ist ein «kreatives Dorf» aus offenen und geschlossenen Arbeitsbereichen mit Büros, Coworking-Zonen und Public Spaces für Engineering, Marketing, IT und Administration angedacht. Darüber hinaus sind ein eigenes wissenschaftliches Testlabor und ein Restaurant geplant.

Zusammenarbeit mit Technopark

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Kollaboration gehört zu den Kernwerten von Integra Biosciences. Deshalb tauscht sich das Unternehmen regelmässig mit Bündner Startups aus und sponsort seit längerem das Jungunternehmerforum Graubünden. Das neueste Projekt, das gleichzeitig mit dem Bau des Integra Campus startet, ist die Zusammenarbeit mit dem Technopark Graubünden. Integra ist als Netzwerkpartner mit an Bord und wird sich aktiv für den Wissens- und Technologietransfer einsetzen.

Ein regionales Vorzeigeprojekt

Für den Kanton Graubünden und die Standortgemeinden Zizers und Landquart ist der Integra Campus ein Leuchtturmprojekt. Auf dem Areal Tardisland, gleich neben dem Landquart Fashion Outlet, siedeln sich seit 20 Jahren Unternehmen an. Diese haben bisher insgesamt 1’700 Arbeitsplätze geschaffen.

Marc Handlery, Verwaltungsratspräsident des Areals Tardisland, freut sich denn auch über die Pläne der Integra: «Es ist toll, dass wir Integra als Unternehmen mit starker internationaler Ausstrahlung beim weiteren Wachstum auf Tardisland begleiten können.» Für Marcus Caduff, Regierungsrat und Vorsteher des Departements für Volkswirtschaft und Soziales, ist der Neubau ein Vorzeigeprojekt: «Integra schafft attraktive Arbeitsplätze im Kanton Graubünden und untermauert damit die hohe Qualität des Standorts Graubünden als Wirtschafts-, Arbeits- und Wohnstandort. Durch diese Investition wird der Wirtschaftsstandort gestärkt.»