Bündner Regierung passt die kantonale Härtefallverordnung an.

Schnellere Hilfe für Unternehmen

Die vom neuerlichen Shutdown betroffenen Bündner Unternehmen sollen schneller von den angepassten Härtefallmassnahmen des Bundes profitieren können. Deshalb hat die Bündner Regierung die kantonale Härtefallverordnung revidiert und rückwirkend auf den 1. Januar 2021 in Kraft gesetzt. Der Vollzug wurde neu aufgegleist.

Von Redaktion GRimpuls Fr, 22.01.2021

Aufgrund des neuerlichen Shutdowns rechne der Kanton Graubünden mit deutlich mehr Gesuchen um Härtefallgelder als bisher. Wurden bisher rund 500 Gesuche gestellt, so müsse man mit viermal mehr Gesuchen, also rund 2000, rechnen, schreibt die Standeskanzlei in einer Mitteilung. Zudem sei nicht abschätzbar, wie viele Unternehmen Gesuche für einzelne Unternehmenssparten einreichen würden. Dies könne die Anzahl Gesuche und den Aufwand wieder vervielfachen, heisst es in der Mitteilung weiter. Aus diesem Grund vereinfache die Regierung den Vollzug der Härtefallverordnung drastisch.

Neu erhalten laut Bundesrat Unternehmen Härtefallhilfe, die für mindestens 40 Tage behördlich geschlossen worden sind. Diese müssen keinen Umsatzverlust von 40 Prozent mehr nachweisen. Unternehmen, die nur erheblich in ihrer Geschäftstätigkeit eingeschränkt, aber nicht geschlossen sind, müssen diesen Nachweis aber erbringen.

Der Kanton Graubünden richte sich nach diesen Bestimmung und führe ein Zusatzkriterium ein. In Graubünden werden nur Unternehmen berücksichtigt, die bezogen auf das ganze Unternehmen einen Umsatzverlust von mindestens 15 Prozent aufwiesen.

Gesuche für Härtefallhilfe können ab sofort wieder gestellt werden. Der Vollzug für Unternehmen des Detailhandels, die seit dem 18. Januar des laufenden Jahres geschlossen sind, werde noch entwickelt. Der Kanton bitte diese Unternehmen um etwas Geduld, schreibt die Standeskanzlei weiter.

Mit der Anpassung der Härtefallverordnung müssen auch die bisher zur Verfügung stehenden Mittel aufgestockt werden. Die Regierung stellt deshalb der Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rats einen Nachtragskredit von 61 Millionen Franken. Insgesamt stellt der Kanton somit 100 Millionen Franken für Härtefälle zur Verfügung.

Das Gesuchsformular und weitere Informationen zum Bezug von Härtefallhilfen finden Sie hier.