Statistik der Unternehmensstruktur 2020: Es war ein herausforderndes Wirtschaftsjahr in Graubünden.

Rückgang der Beschäftigung im Jahr 2020 in Graubünden

Geprägt von den ersten Monaten der Pandemie hat es die im langfristigen Horizont zementierte Entwicklung der Bündner Unternehmungen und Branchen im 2020 ordentlich durchgerüttelt. Homeoffice, Maskenpflicht und Einschränkungen des öffentlichen Lebens waren wohl die prägendsten Schlagworte in der ersten Jahreshälfte des Berichtsjahrs. Das teilweise nachhaltig, aber auch kurzfristig geänderte Konsumverhalten hat in den nun vorliegenden Zahlen erste Spuren hinterlassen.

Von Luzius Stricker | Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubünden Do, 08.09.2022

Seit Beginn der neuen Erhebung der Statistik der Unternehmensstruktur im Jahr 2011 resultierte für den Zeitraum bis 2019 ein Beschäftigungswachstum von rund sechs Prozent in Graubünden. Dieses Wachstum lag um rund ein Drittel unter demjenigen des Schweizer Mittels. Der Kanton Graubünden befand sich somit im hinteren Viertel der Kantone nach Wachstumsstärke.

Das Jahr 2020 führte zur Trendwende. Überdurchschnittlich im Vergleich zum Schweizer Mittelwert hat 2020 die Beschäftigung in Graubünden abgenommen. In Zahlen gefasst bedeutet dies ein Rückgang von minus ein Prozent (-0.6 Prozent in der Schweiz).

Dabei zeichnet sich ein heterogenes Bild in der Beschäftigungsentwicklung nach Wirtschaftssektoren ab. Währenddem vorwiegend der Dienstleistungssektor, welchem rund drei Viertel der Beschäftigten im Kanton angehören, einen Rückgang auswies, konnten das Gewerbe und die Industrie ihre Beschäftigungszahl steigern. Entscheidend hierfür war der Bündner Industriemix genauso wie die anhaltend gute Auftragslage in den Betrieben.

Veränderung der Beschäftigung nach Sektoren.

 

Grosser Rückgang der Beschäftigtenzahl im Bündner Gastgewerbe

Im Vergleich der Branchen weist das Gastgewerbe im Jahresvergleich 2019 und 2020 mit einem Rückgang von weit über 1000 Beschäftigten (-7 Prozent des Beschäftigtenbestands) den grössten Minusposten aus. Eine Zunahme verbuchten in der gleichen Zeitspanne das Gesundheits- und Sozialwesen sowie das Baugewerbe.

Erstere Branche war pandemiebedingt und wegen der zeitweilig hohen Hospitalisierungsraten gefordert. Der Wirtschaftszweig des Baugewerbes konnte unter anderem auch vom grossen Trend der erhöhten Nachfrage von Investitionen ins Eigenheim profitieren.

Veränderung der Beschäftigten nach Wirtschaftszweig.

 

Die Bündner Regionen im Vergleich

In Abhängigkeit der lokalen Wirtschaftsstruktur haben sich die elf Bündner Regionen differenziert entwickelt. Die Regionen mit einem höheren Anteil an Gewerbe und Industriebetrieben verzeichneten demnach eine Steigerung bei der regionalen Beschäftigung. Äusserst herausfordernd präsentierte sich die Wirtschaftslage in den mehrheitlich oder mit grösserem Anteil touristischen und tourismusnahen Betrieben in ihrem regionalen Branchenmix.

Veränderung der Beschäftigung in den Bündner Regionen

 

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