Informationen des Bündner Gewerbeverbandes und der Handelskammer und Arbeitgeberverband Graubünden

Noch keine Lösung für Selbständigerwerbende

Von Bündner Gewerbeverband Do, 09.04.2020

Die Entscheide des Bundesrates brachten noch nicht die in Aussicht gestellten ergänzenden Unterstützungsmassnahmen für Selbständigerwerbende, die bisher durch die Maschen der Covid19-Unterstützung fielen, zu Tage.

Der BGV steht zusammen mit anderen Wirtschaftsverbänden in regem Kontakt mit der Bündner Regierung und der kantonalen Verwaltung. Die Bedürfnisse der gesamten Wirtschaft sollen am «runden Tisch» eingebracht werden. Gerne nehmen wir unter info@kgv-gr.ch auch Anregungen von Ihnen entgegen.

Wir nutzen im Hinblick auf die bevorstehenden Ostertage die Gelegenheit, um die KLEINEN GESTEN in dieser ausserordentlichen Lage in den Vordergrund zu stellen! Ganz egal in welcher Form oder in welchem Betrag: der Bündner Gewerbeverband ruft alle auf, die zahlreichen tollen Initiativen von regionalen Gewerbebetrieben zu unterstützen. Ein Telefon beim Dorf-Metzger oder -Bäcker, der die Bestellung zu Ostern in den Briefkasten legt; eine Onlinebestellung beim Gärtner, der die Blumen für den Balkon ebenfalls bis vor die Haustüre liefert; ein Oster-Geschenkgutschein vom Sportgeschäft, das noch so gerne nach der Wiedereröffnung sein Lagerbestand verkleinert oder ein symbolischer Gutschein vom Lieblings-Restaurant oder -Hotel, um sich jetzt schon auf «die Zeit danach» zu freuen etc. etc.  Reduzieren wir alle unnötigen Online-Bestellungen bei neutralen Grosskonzernen auf das absolute Minimum und haben noch etwas Geduld. Die lokalen Betriebe benötigen unsere Unterstützung mehr denn je!

Viele kreative Ideen, Initiativen und Projekte sind in den letzten Wochen auf privater Ebene entstanden. Stellvertretend für all diese, nennen wir hier zwei von ihnen:

1. Die junge Wirtschaftskammer Chur unterstützt mit «Gewerbehilfe Graubünden» vor allem kleinere Geschäfte im Bündner Gewerbe. Unternehmen, die aufgrund der Coronakrise nicht in der Lage sind, ihre Tätigkeit auszuüben, können sich auf dieser neuen Plattform registrieren. Kundinnen und Kunden stehen sodann unterschiedliche Gutscheine zur Auswahl. Diese können nach der Corona-Zeit beim entsprechenden Geschäft eingelöst werden. Die Erlöse der Gutscheine werden den Geschäften vorab überwiesen. Registrierungs- und Transaktionskosten fallen für die Geschäfte keine an. Details zur Plattform finden Sie hier.

2. «BunaLavur» bietet in Graubünden und in der Ferienregion Heidiland Hotelzimmer als Home-Office an. Das Angebot richtet sich an Einheimische, die aus gewissen Gründen nicht zu Hause arbeiten können oder wollen. Sie können tagsüber im Hotelzimmer arbeiten. Neben individuellen Dienstleistungen bieten die Hotels Wochen- oder Monatspakete an. Details und Buchungsmöglichkeiten finden Sie hier

3. «4Switzerland - Gemeinsam durch die Coronakrise - Unterstützung für Unternehmen». Aufgrund der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation diverser KMU in der Schweiz, welche unter den Massnahmen gegen das neue Coronavirus leiden, wurde die schweizerische Plattform «4Switzerland» ins Leben gerufen. Mit dieser Plattform werden betroffene KMU finanziell unterstützt, indem diese mit potentiellen Spendern zusammengebracht werden. Betroffene Unternehmen können sich auf der Plattform anmelden und Spender direkt an die Unternehmer ihrer Wahl spenden.

4. Homeoffice in Zeiten des Coronavirus. Seit dem bundesrätlichen Erlass über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus vom 13. März 2020 erlauben viele Unternehmen erstmals einem Teil ihrer Angestellten, von zuhause aus zu arbeiten. Allerdings haben sich viele Arbeitgeber erst wenig mit arbeitsrechtlichen Aspekten von Homeoffice befasst und noch keine klaren Normen mit den Arbeitnehmenden vereinbart. Im nachstehenden Artikel beantwortet Roger Rudolph, Professor für Arbeitsrecht an der Universität Zürich, zum Thema Homeoffice während der Coronavirus-Epidemie folgende Fragen:

  • Welche Aspekte müssen Arbeitgeber in arbeitsrechtlicher Hinsicht besonders beachten, wenn sie ihre Angestellten im Homeoffice beschäftigen möchten?
  • Sollen Arbeitgeber in dieser speziellen Situation überhaupt ein Reglement für Homeoffice erstellen und wenn ja, in welcher Form könnten sie zu diesem Zeitpunkt ein rechtmässiges Reglement mit den Arbeitnehmenden vereinbaren?
  • Welches sind die wichtigsten Punkte, die ein solches Reglement enthalten soll?

Hier gehts zum Interview mit Prof. Roger Rudolph.