Das CSEM Landquart und Adamant Innotech arbeiten an einem Test, um Antikörper im Blut nachzuweisen

Neuer serologischer Schnelltest in Entwicklung

Mit dem neuartigen hochsensitiven serologischen Schnelltest soll sich ermitteln lassen, ob eine Person bereits mit dem Coronavirus oder auch mit anderen Viren infiziert war. Das Testresultat soll innerhalb von ein bis zwei Stunden vorliegen.

Von Redaktion GRimpuls Do, 09.04.2020

Seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie werden zahlreiche Tests eingesetzt, um Infektionen nachzuweisen, die Bevölkerung zu schützen und die Krise besser zu bewältigen. Mittlerweile komme den sogenannten serologischen Tests ein immer grösseres Interesse zu, wie das CSEM in einer Mitteilung schreibt.

Das Schweizer Start-up Adamant Innotech, spezialisiert auf Technologien im Bereich der Mikrooptik, hat das CSEM beauftragt, einen neuen Test zu entwickeln. Dieser soll in Blutproben Antikörper entdecken, die auf Proteine des Sars-CoV-2-Virus und weitere Viren reagieren. Der neue Test werde auf einer etablierten Technologie basieren, die am Standort Landquart des CSEM entwickelt wurde, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Ein erstes Produkt soll in naher Zukunft auf dem Schweizer und dem chinesischen Markt verfügbar sein.

«Mehrere ähnliche Produkte werden demnächst in den Spitälern zum Einsatz kommen. Unseres hat den Vorteil, dass damit eine ganze Reihe an Tests gleichzeitig durchgeführt werden können. Es ist Swiss made, hocheffektiv und konkurrenzfähig», wird Xiaoming Tang, Geschäftsführer von Adamant Innotech und ehemaliger Manager beim CSEM, zitiert.

Optischer Biosensor

Der neue Biosensor wird aus einem Kunststoffchip mit einem Mikroarray bestehen, auf dem die spezifischen Proteine des Virus angebracht werden. Tritt die Blutprobe in Kontakt mit dem Chip, bleiben die Antikörper des Blutes an den Proteinen hängen. Danach können die spezifischen Antikörper durch Fluoreszenz nachgewiesen werden.

Für die Blutprobe reicht ein einfacher Einstich in den Daumen aus. Auf einem einzigen Chip können theoretisch 20 verschiedene Antikörpertypen nachgewiesen werden. Somit lasse sich relativ schnell und einfach feststellen, ob eine Person an Covid-19, an einer Grippe oder an anderen viralen Infekten erkrankt war.

Bildausschnitt des Biochips. Es sind die Mikrokanäle und die Messpunkte ersichtlich, auf denen die spezifischen Proteine zum Einfangen der Antikörper ummobilisiert sind. (Bilder CSEM)

 

In den kommenden Wochen werden erste Biochips durch das CSEM in Landquart hergestellt. Danach werden sie durch die Partnerlabore von Adamant Innotech in China mit Blutproben von Patienten getestet. Sind diese Versuche erfolgreich, wird Adamant Innotech die Validierung des neuen Tests in Angriff nehmen und die nötigen Schritte einleiten, um die Zulassungen zu erhalten.

Eine Massenproduktion sei zum Teil in der Schweiz und China vorgesehen, schreibt das CSEM. Da die vorgesehenen Produktionsmethoden der Biosensoren vergleichbar mit solchen im Bereich Verbraucherkunststoffe seien, können die Produktionskosten tief gehalten werden.