Der Capricorn rollt an

Neuer RhB-Zug vorgestellt

Die Rhätische Bahn (RhB) und Stadler haben heute Montag in Altenrhein die neueste Generation von Rollmaterial für die Bündner Bahn vorgestellt. Es ist die grösste Beschaffung von neuem Rollmaterial in der Geschichte der RhB. Die Investitionen belaufen sich auf 361 Millionen Franken.

Von Redaktion GRimpuls

RhB-Direktor Renato Fasciati und Thomas Ahlburg, Group CEO von Stadler, verfolgten gemeinsam mit 120 geladenen Gästen aus Wirtschaft und Politik die Einfahrt des neuen Triebzugs. Der Roll-out sei einer der wichtigsten Meilensteine im Entstehungsprozess eines Schienenfahrzeugs, schreiben die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung. Entsprechend gebührend wurde der Moment gefeiert.

 

Thomas Ahlburg, Group CEO von Stadler (links) und RhB-Direktor Renato Fasciati vor dem neuen Triebzug der RhB (Bild Swiss-image).

 

Ende Juni 2016 hatte die RhB bei Stadler die elektrischen Niederflurtriebzüge bestellt. Die 36 Züge mit dem Namen Capricorn würden wesentlich zur Modernisierung der bestehenden RhB-Flotte beitragen und ermöglichten dem Bündner Bahnbetreiber einen Leistungssprung in der Produktivität, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die RhB plant den Einsatz der ersten neuen vierteiligen Züge auf der Strecke Landquart – Davos – Filisur ab dem Spätherbst 2019. Voraussichtlich 2021 wird mit dem Flügelzugbetrieb Landquart – Klosters – Davos/St. Moritz begonnen. Auch in der Surselva sollen die Züge zum Einsatz kommen.

Ein Meilenstein

Für Fasciati ist der neue Capricorn ein Meilenstein in zweierlei Hinsicht. Einerseits könne die RhB damit den Fahrgästen mehr Komfort bieten, andererseits sei es das grösste Bescahffungsprojekt in der Geschichte der Bahn. Bei Stadler wiederum ist man stolz, einen «Zug für die Schweizer Schienen zu bauen», wie Ahlburg betonte.

Stadler baue bereits seit 1963 Züge, Wagen und Lokomotiven für die RhB. Dass man sich so gut kenne, habe wesentlich dazu beigetragen, dass der Zug so schnell entwickelt und gebaut werden konnte.

Das Prinzip des «Flügelns»

Neu an diesem Zug ist der Flügelzugbetrieb. Bei diesem werden mehrteilige Züge unterwegs getrennt, was als «Flügeln» bezeichnet wird. Die beiden Teilzüge fahren zu verschiedenen Zielen weiter. In der Gegenrichtung werden die beiden Teile wieder vereint und fahren gemeinsam weiter. Damit kann auf der einspurigen Strecke zwischen Landquart und Klosters der Halbstundentakt ohne aufwendige Streckenausbauten realisiert werden. Um einen reibungslosen Flügelzugbetrieb zu gewährleisten, verfügen die «Capricorns» über automatische Kupplungen.
 
Die vierteiligen Züge verfügen über 164 komfortable Sitzplätze, davon 35 in der 1. Klasse. Den Reisenden stehen in allen Abteilen Steckdosen zur Verfügung. Das moderne Fahrgastinformationssystem hält die Fahrgäste über ihre Reise auf dem Laufenden. Speziell ist dabei die Übertragung des Ausblicks aus der Frontkamera im Führerstand.

Thomas Ahlburg, Group CEO Stadler, Renato Fasciati, Direktor RhB, Markus Sauerbruch, Divisionsleiter Schweiz Stadler und Stefan Engler, Verwaltungsratspräsident RhB (von links), posieren vor dem neuen RhB-Zug Capricorn im Werk in Altenrhein (Bild Swiss-image).