Den «Braincode» entschlüsseln.

Mindfire-Stiftung erforscht und entwickelt künstliche Intelligenz

Die Schweizer Mindfire-Stiftung möchte die grundlegenden Prinzipien menschlicher Intelligenz verstehen mit dem Ziel, menschenähnliche künstliche Intelligenz (engl. artificial intelligence, AI) zu entwickeln. Mindfire möchte dazu den sogenannten «Braincode» entschlüsseln. Mindfire ist als Stiftung unabhängig und kann somit sicherstellen, dass die Entwicklung von AI nach ethischen Grundsätzen und zum Wohle der Menschheit geschieht. Die Stiftung möchte auch die Gesellschaft mit einbeziehen und eine öffentliche Diskussion über den Einfluss von AI auf unsere Zukunft führen.

Von Pascal Kaufmann | Gründer Mindfire Foundation Di, 25.09.2018

In einer Reihe von zehn geplanten Missionen bringt Mindfire die klügsten Köpfe unterschiedlichster Wissenschaftsbereiche zusammen und ermöglicht damit eine komplett neuartige Kollaboration: Für jede Mission werden rund 100 der besten und brillantesten Talente nach Davos eingeladen, um gemeinsam an Lösungen für eine Reihe von Herausforderungen im Bereiche künstliche Intelligenz zu arbeiten. Im Unterschied zu bestehenden Ansätzen und Praktiken wird an Mindfire Missionen nicht nur an AI und Neurowissenschaft geforscht, multidisziplinäre Disziplinen, Kognitionswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Robotik oder Philosophie werden miteinbezogen.

Pascal Kaufmann
Pascal Kaufmann, Gründer der Mindfire-Stiftung. (Pressebild)

Start des Mindfire Mission-Programms

Die erste Mindfire-Mission fand vom 12. bis 16. Mai 2018 in Davos statt und setzte damit den Startschuss für das Mindfire-Missions-Programm. Während dieser Tage arbeiteten 36 sorgfältig ausgewählte und höchst diverse Talente im Konferenzbereich des Hotels «Intercontinental» in Davos eng zusammen, gemeinsam mit Referenten, Coaches und Stiftungsbeiratsmitgliedern. Wichtig ist für Mindfire dabei, dass sich alle Teilnehmenden als Teil eines globalen Netzwerkes sehen – ohne Hierarchien und mit einem gemeinsamen Ziel.

Damit die verschiedenen Talente optimal zusammenarbeiten können, hat Mindfire ein Programm erstellt, das kontinuierlich an die Bedürfnisse und Ansprüche der Teilnehmenden angepasst wird. Am Anfang der Mission-1 stellten mehrere hochkarätige Referenten die Fortschritte, Herausforderungen und Ideen der KI vor, darunter Rolf Pfeifer, emeritierter Professor der Universität Zürich, Professorin Joanna Bryson von der University of Bath, Professor Christoph von der Malsburg vom Frankfurt Institute for Advanced Studies, Pascal Kaufmann, Gründer des Software-Unternehmens Starmind International und der Mindfire-Stiftung, Dan Lovy, Professor Andrea Danani vom Dalle Molle Institute for Artifical Intelligence Studies und Professor Richard Hahnloser vom Institute of Neuroinformatics an der Universität Zürich.

In den folgenden Tagen arbeiteten Coaches und Talente in Workshops und Diskussionsrunden enger zusammen. Die Talente entwarfen dabei unter anderem einen Prototyp eines autonomen Organismus und diskutierten die generellen Merkmale, Eigenschaften und Auswirkungen von Intelligenz. Dabei kristallisierte sich ein Schlüsselgedanke heraus: Die verschiedenen Facetten von Intelligenz, wie beispielsweise Bewusstsein, Lernen und Emotionen, sollen nicht individuell erforscht, sondern ihr gemeinsamer Ursprung, das heisst der «Braincode», verstanden werden. Für viele war an diesem Tag Mindfire geboren!

Planung von Mission-2 in vollem Gange

Bereits kurz nach Abschluss der Mission-1 startete die Planung für die nächste Mindfire-Mission. Mission-2 wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019 wieder in Davos stattfinden. Der Fokus liegt dabei auf wissenschaftlicher Arbeit und der Beschreibung des Braincodes.

Die diversen und brillanten Talente bilden den Kernpunkt von Mindfire und werden konkret, zusammen mit weiteren Experten, an der Kopplung eines AI-Modellsystems an die natürliche Umgebung arbeiten. Es soll ein komplett autonomer Organismus entwickelt werden, der durch verschiedene unabhängige Sensor- und Motorsysteme mit seiner Umwelt interagieren kann und somit als Träger für künftige AI dienen kann. So wie jedes Lebewesen eine physische Form braucht, um mit seiner Umwelt interagieren und darauf reagieren zu können, so braucht auch AI einen «Körper».

Die Kollaboration von hoch motivierten Talenten und Experten aus unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen und Hintergründen während und zwischen Mindfire-Missionen bildet die ideale Voraussetzung für das Knacken des Braincodes und dem Führen ethischer Diskussionen – und ist somit grundlegend für die Entwicklung von menschenähnlicher AI zum Wohle der Menschheit.

 

Mindfire-Mission Mindfire-Mission 1

Pascal Kaufmann...

...studierte Neurowissenschaften und Wirtschaft an der ETH Zürich und an der Northwestern University in Evanston im US-Bundesstaat Illinois. Nach seinem Studium arbeitete Kaufmann für das bekannte Forschungslabor für künstlichen Intelligenz an der Universität Zürich. Dort war er an zahlreichen Projekten beteiligt und forschte an der Schnittstelle zwischen Maschine und Gehirn um die Geheimnisse von neuronalen Netzwerken und Gehirnaktivität aufzudecken. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit als Berater im Finanzsektor und im Business Development bei der Bank Julius Bär gründete er 2010 zusammen mit Marc Vontobel die Starmind International AG.