Positiver Zuwanderungssaldo im vergangenen Jahr

Leichter Anstieg der Zuwanderung 2019

Von Patrick Casanova | Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubünden Mo, 10.02.2020

Im vergangenen Jahr verzeichnete Graubünden einen leichten Anstieg der Zuwanderung. 2'841 Personen, 3.8 Prozent mehr als 2018, wanderten 2019 in die ständige Bündner Wohnbevölkerung ein. Bei 85 Prozent davon handelt es sich um Personen aus dem EU-28/EFTA-Raum.

Gleichzeitig wanderten 2'059 Ausländer ab, minim weniger als im Vorjahr. Beidseitig bereinigt um weitere Faktoren beträgt der Bündner Wanderungssaldo als Differenz zwischen Zu- und Wegzug somit 722 Personen. Dies sind 118 mehr als im Vorjahr, gleichwohl handelt es sich um den zweittiefsten Saldo der letzten zwölf Jahre. Dies trifft auch bei einschränkender Betrachtung nur auf die Bürger aus den EU-28/EFTA-Staaten zu.

Zu- und Wegzüge sowie Wanderungssaldi EU-28/EFTA-Länder

 

Die Zunahme dieses EU-28/EFTA-Wanderungssaldos von 329 Personen 2018 auf 415 Personen im letzten Jahr kann teilweise auf die Bewilligungen für Erwerbseinwandernde aus Rumänien und Bulgarien zurückgeführt werden, für die seit dem 1. Juni 2019 die volle Personenfreizügigkeit gilt. Entscheidender für das Gesamtergebnis sind aber nach wie vor die Bewegungen der grössten Ausländergruppen; während der italienische und deutsche Wanderungssaldo das grösste Plus aufweisen, fällt der Saldo der portugiesischen Bevölkerung 2019 bereits zum vierten Mal in Folge negativ aus.

Zu- und Wegzug der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung in Graubünden

 

Hauptgrund für die Zuwanderung bleibt die Ausübung einer Erwerbstätigkeit, drei vor vier Personen aus dem EU-28/EFTA-Raum wandern darum ein. Die zumeist kontingentierte Erwerbszuwanderung aus Drittstaaten spielt quantitativ nur eine marginale Rolle. 

Zweitwichtigster Zuzugsgrund ist der Familiennachzug, der im letzten Jahr mit 562 Personen exakt gleich hoch liegt wie 2018. Rückläufig entwickelten sich 2019 die Einbürgerungen; 385 ausländische Personen erhielten in Graubünden die Schweizer Staatsbürgerschaft (2018: 543), wovon 63 Prozent aus dem EU-28/EFTA-Raum stammen. 

Insgesamt lebten Ende 2019 36'087 Personen mit ausschliesslich ausländischer Staatsbürgerschaft ständig in Graubünden, 1.1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die drei grössten Personengruppen stellen gemeinsam knapp zwei Drittel des gesamten Bestandes.

Ständige ausländische Wohnbevölkerung per Ende 2019, zehn grösste Gruppen

 

Zusätzlich zu den ständig anwesenden Einwohnern zählte Graubünden Ende 2019 6'520 nichtständige Ausländer, zum allergrössten Teil handelt es sich dabei um erwerbstätige Kurzaufenthalter aus dem europäischen Raum. Mit grossem Abstand arbeiten davon die meisten Personen im Gastgewerbe.