Jungunternehmerförderung in Graubünden

Hilfe beim Schritt in die Selbstständigkeit

Schon seit 30 Jahren gibt es das schweizweit tätige Institut für Jungunternehmen (IFJ) mit Sitz in St. Gallen. Es berät Menschen auf dem Weg in die Selbstständigkeit und bei der Gründung eines Unternehmens. Neu bietet das IFJ seine Dienste in Graubünden an.

Von René Mehrmann

«Unternehmensgründungen haben in den 30 Jahren des Bestehens des IFJ stark zugenommen», sagt Geschäftsführer Simon May, »explizit in den letzten zehn Jahren.» Damit einhergehend habe auch die Zahl der Beratungsangebote für Jungunternehmer massiv zugenommen.

Das IFJ, 1989 in St. Gallen gegründet, war das erste Institut in der Schweiz, das sich diesem Thema angenommen hat. Seit der Gründung begleitete das IFJ über 125'000 Firmengründerinnen und -gründer auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Neu zu den Partnern des Instituts gehört seit Anfang Jahr das Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubünden.

Simon May, Co-CEO des Instituts für Jungunternehmen AG in St. Gallen (Bild zVg)

 

Ganzjährig verfügbare Anlaufstelle

Mit der Zusammenarbeit mit dem Institut für Jungunternehmen verfolgt der Kanton Graubünden verschiedene Ziele. Einerseits wolle man die Community der Jungunternehmen, Start-ups und Spin-offs in Graubünden beleben und eine nationale Anbindung erreichen. Andererseits sei das IFJ im Gegensatz zum Jungunternehmerforum Graubünden eine ganzjährig verfügbare Anlaufstelle und biete eine effiziente und unkomplizierte Unterstützung für Interessierte vor der Gründung und für die Gründung an, heisst es von Seiten des AWT.

Heute begleitet das IFJ schweizweit jährlich 20'000 Gründerinnen und Gründer mit Beratungen, Workshops, Fachreferaten, Events, Förderprogrammen und verschiedenen Tools für Businesspläne und Administration. «Grundsätzlich steht die Schweiz in Bezug auf die Unternehmensgründungsaktivitäten im internationalen Vergleich gut da», sagt May. Allerdings gebe es auch Ratings, die zeigen, dass die Schweiz noch gründungsfreundlicher sein könne, relativiert er diese Zahlen. Gerade in den administrativen Prozessen gebe es Länder wie Estland und Island, die hochgradig digitalisiert und der Schweiz in diesem Bereich weit voraus seien.

Individuelle Beratung

Hauptsächlich kommen Leute mit Fragen rund um die Gründung eines Unternehmens zum IFJ. Es gebe zwar im Internet unzählige Plattformen und Checklisten für Unternehmensgründer, aber diese seien sehr allgemein gehalten, so May. «Gründer, die uns kontaktieren, wollen Auskunft zu individuellen, persönlichen Fragen rund um ihre Geschäftsidee und ihre Unternehmensgründung.» 

Neben vielen kleinen Anliegen wird das IFJ häufig mit grundsätzlichen Fragen konfrontiert, etwa wenn jemand eine Idee hat, sich aber nicht sicher ist, ob diese auch Hand und Fuss hat. Die Experten des Instituts überprüfen dann solche Ideen und geben ihre Ratschläge an die möglichen Jungunternehmer weiter. Daneben können Unternehmensgründer beim IFJ vielfältiges Wissen an Workshops und Events sowie nützliche Tools für die Buchhaltung und die Erstellung eines Businessplans beziehen.

Hohe «Überlebensquote»

Wie nachhaltig die Arbeit des IFJ ist, lässt sich ebenfalls belegen. «Wir sehen über unsere Partner und über unsere eigenen Statistiken, dass nach mehr als fünf Jahren zwischen 87 und 89 Prozent der Gründerinnen und Gründer immer noch im Geschäft aktiv sind», sagt May. Das sei eine sehr hohe «Überlebensquote». Sie zeige, dass Unternehmer, die sich in der Vorgründungs- und Gründungsphase sehr gut informieren und sich seriös auf die Selbstständigkeit vorbereiten würden, bessere Chancen hätten als jene, die einfach loslegen würden.

Aufbruchstimmung im Kanton Graubünden

Anfangs Juni fand das erste Startup Forum Graubünden statt. Der Anlass wurde durch das AWT, die HTW Chur und das IFJ organisiert. Mit 245 Teilnehmer/innen avancierte der Anlass bei der ersten Durchführung zum grössten Bündner Startup-Event. Bereits sind die nächsten Anlässe im Kanton in Planung. Zudem finden regelmässig kostenlose Kurse zur Gründungsvorbereitung statt.