Experten beurteilen den Haftungsfall des Kantons für die Graubündner Kantonalbank als unwahrscheinlich.

Haftungsfall tritt kaum ein

Zum dritten Mal nach 2010 und 2016 hat Ernst & Young (EY) im Auftrag der Bündner Regierung einen Risiko- und Haftungsbericht betreffend die Staatsgarantie für die Graubündner Kantonalbank (GKB) erstellt. Das Eintreten eines Haftungsfalls erachten die Prüfer als sehr unwahrscheinlich.

Von Redaktion GRimpuls Do, 24.06.2021

Die veränderte Geschäftstätigkeit, das Wachstum der Bank mit einer Bilanzsumme von über 30 Milliarden Franken, das historisch tiefe Negativzinsumfeld sowie die Coronapandemie seien Argumente gewesen, eine Neubeurteilung des Risikos mit Bezug auf die Staatsgarantie des Kantons für die GKB durchzuführen, schreibt die Standeskanzlei in einer Mitteilung.

Das Resultat der Prüfer ist sowohl für den Kanton als auch für die GKB erfreulich. Die GKB sei eine sehr substanzstarke und überdurchschnittlich gut kapitalisierte Bank, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Risikosubstand der Bank betrug per 31. Dezember 2020 in Form der anrechenbaren Eigenmittel 2,6 Milliarden Franken. Im Branchenvergleich und speziell auch unter den Kantonalbanken verfüge die GKB über einen sehr hohen Eigenmitteldeckungsgrad, schreibt die Standeskanzlei.

Die Kernkapitalquote (CET-1-Ratio) von 20,4 Prozent liege leicht über der Mitte der vom Bankrat definierten Bandbreite von 17,5 bis 22, Prozent und deutlich über der von der FINMA vorgegebenen Eigenmittelzielgrösse von zwölf Prozent.

EY hält in ihrem Prüfbericht fest, dass die Eigenmittel der GKB gegenüber dem Bericht 2016 sowohl absolut als auch im Vergleich zu den regulatorischen risikogewuchteten Aktiven weiter angestiegen sei und die Bank potenzielle Verluste auffangen könne. Die Analyse zeige, dass das Eintreten eines Haftungsfalls für den Kanton unter den getroffenen Annahmen weiterhin als sehr unwahrscheinlich eingestuft werden dürfe, kommen die Prüfer zum Schluss.