Erste Zwischenbilanz zum Weissbuch für den Bündner Tourismus

Es besteht noch Luft nach oben

Vor gut einem Jahr ist das erste Weissbuch für den Bündner Tourismus erschienen. Der Herausgeber, der Tourismusrat Graubünden, zieht jetzt eine erste Zwischenbilanz. Der Austausch und das Entwickeln von konkreten Projekten habe sich im vergangenen Jahr definitiv verstärkt. Bei der Umsetzung bestehe jedoch noch Luft nach oben.

Von Redaktion GRimpuls Di, 05.02.2019

Es war deutlich in der Analyse sowie reichhaltig in den Lösungsangeboten und forderte die Tourismusbranche zum Um- und Vorwärtsdenken auf – das Weissbuch für den Bündner Tourismus. Die Nachfrage sei auf Anhieb gross gewesen, inzwischen sei eine italienische Version im Umlauf, heisst es in einer Mitteilung des Tourismusrats Graubünden. Insgesamt seien 2300 Exemplare im Umlauf.

Auch Ernst A. Brugger, Präsident des Tourismusrats Graubünden, zieht eine positive Zwischenbilanz. «Die Botschaften des Weissbuchs sind mehrheitlich unbestritten und der Wille zur Umsetzung ist vorhanden. Insgesamt registrieren wir eine positive Stimmung und eine wachsende Veränderungsbereitschaft», wir Brugger in der Mitteilung zitiert. Von den Verantwortlichen im Bündner Tourismus wünscht sich Brugger mehr Mut, wie er im Interview mit GRimpuls ausführt.

3,8 Millionen Franken für 20 Projekte

Die im Weissbuch beschriebenen Projektinitiativen haben im vergangenen Jahr konkrete Formen angenommen. Darunter fallen etwa GraubündenVIVA, Bikemekka Graubünden, Engadin Arena oder das Projekt Landwasserviadukt – Wahrzeichen Graubündens der Rhätischen Bahn. 

Bislang seien 20 Projekte mit 3,8 Millionen Franken unterstützt worden. Zudem seien zwölf Aufträge zur Erarbeitung von Grundlagen und für Machbarkeitsstudien von rund zwei Millionen Franken ausgelöst worden, heisst es in der Mitteilung weiter.

Es braucht noch mehr Anstrengungen

Trotz der mit dem Weissbuch erzeugten Aufbruchstimmung und Dynamik bleiben die Herausforderungen für den Bündner Tourismus erheblich. Eine steigende Zahl von Logiernächten schlägt sich nämlich nicht automatisch in mehr Ertrag und eine verbesserte Investitionsfähigkeit nieder.

«Die Anzahl von Anfragen und Förderungsgesuchen dürfte generell noch höher sein», sagt Brugger «Es wäre aber vermessen zu glauben, dass die Diskussion eines Buchs sofort unternehmerische Initiativen auslöst.» Innovation und Unternehmertum könne nicht befohlen werden.

Weiter vorantreiben will der Tourismusrat seine Digital Road Map für den Bündner Tourismus. Diese soll eine Orientierungshilfe für weiterführende Diskussionen schaffen. Und schliesslich will der Tourismusrat auch die Führung und die Aufgabenteilung im Tourismussystem beleuchten.