Trotz Corona-Winter steigt in Graubünden die Anzahl von Grenzgängern.

Erneut mehr Grenzgänger verzeichnet

Von Luzius Stricker | Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubünden Mo, 17.05.2021

Die kürzlich publizierten Daten der Grenzgängerstatistik für das erste Quartal des Jahres 2021 notieren einen neuerlichen Zuwachs bei den in Graubünden beschäftigten Grenzgängern. Somit waren laut aktuellsten Angaben 7'884 Arbeitskräfte aus dem grenznahen Ausland im hiesigen Arbeitsmarkt tätig, Tendenz steigend. Der grösste Teil von ihnen arbeitet in den Regionen Maloja, Engiadina Bassa/Val Müstair, Bernina und Moesa.

Abbildung 1 - Entwicklung der Grenzgänger

 

Italien als Hauptquelle der ausländischen Grenzgänger in Graubünden

Die meisten der in Graubünden beschäftigten Grenzgänger haben ihren Wohnsitz in Italien (91 Prozent), ein kleinerer Teil stammt aus Österreich (5 Prozent) und Deutschland (2 Prozent). Die Bündner Regionen nahe der italienischen Grenze sind somit äusserst attraktive Arbeitsorte für diese ausländischen Arbeiter.

Die Region Maloja beispielsweise zählte in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 3'935 beschäftigte Grenzgänger, dies sind rund die Hälfte aller in Graubünden tätigen Grenzgänger. Für die Tourismusregionen im Engadin und in Südbünden sind die Grenzgänger somit eine wichtige Stütze bei der Abfederung der saisonal bedingten Schwankungen der verfügbaren Arbeitsplätze.

Den grössten relativen Zuwachs an Grenzgängern in den letzten Jahren verzeichnete die Region Moesa, wenn auch auf tiefem Niveau. Grund dafür ist unter anderem die erfolgreiche Ansiedelung von Unternehmen im unteren Teil des Misox, welche zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen haben.

Bedingt durch die hohe Vernetzung mit dem grenzüberschreitenden Tessiner Arbeitsmarkt und wegen der guten verkehrstechnischen Anbindung Richtung Süden ist die Region zunehmend erreichbarer für grenzüberquerende Arbeiter aus der Lombardei und dem Piemont.

Abbildung 2 - Entwicklung der Anzahl Grenzgänger nach Regionen

 

Berufe des Baugewerbes und der Gastronomie/Beherbergung sind für Grenzgänger attraktiv

Die Gastronomie/Hotellerie sowie das Baugewerbe sind die Hauptbeschäftigungszweige der Grenzgänger in Graubünden. Diese Wirtschaftsabteilungen sind geprägt durch grössere saisonale Schwankungen im Arbeitsangebot und bekunden daher am ehesten Probleme bei der Rekrutierung der einheimischen Arbeitskräfte.

Weiter sind zahlreiche Grenzgänger im Detail- und Grosshandel beschäftigt. Dieser Wirtschaftszweig unterliegt ebenfalls teilweise direkt und indirekt den saisonalen Schwankungen des Tourismussektors im Jahresverlauf. Die Unternehmen dieser Branchen können mitunter auf Grenzgänger zurückgreifen, um das erhöhte Arbeitsvolumen der Hochsaison zu bewältigen.

Abbildung 3 - Grenzgänger in Graubünden nach Branchen