Anhaltend hohe Nachfrage von Schweizer Gästen und steigende Logiernächte bei den Touristen aus dem grenznahen Ausland.

Erfreuliche Sommerhochsaison in der Bündner Hotellerie

Zum Ende der touristischen Hochsaison in den Bergen per Ende August ergibt sich ein durchaus erfreulicher Rückblick auf das laufende Geschäftsjahr. So konnten in der Bündner Hotellerie seit Jahresbeginn 3'632'721 Logiernächte gezählt werden. Äusserst zuversichtlich stimmen die Übernachtungszahlen im Monat August welche im 2021 den höchsten Wert seit der Jahrtausendwende erreichten.

Von Luzius Stricker | Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubünden Mi, 13.10.2021

Zu Jahresbeginn gestalteten sich die pandemiebedingten Rahmenbedingungen für den Bündner Tourismus äusserst schwierig. Insbesondere die sich rasch verändernde Gesundheitslage sowie die Kurzfristigkeit der Buchungseingänge verlangten den Hotelbetreibenden ein Höchstmass an Flexibilität und Anpassungsvermögen ab.

Analog der Sommersaison 2020 standen auch im vergangen Winter die Schweizer Gäste und somit der Inlandstourismus im Mittelpunkt der Marketinganstrengungen. Die guten Besucherfrequenzen der Inländer vermochten insbesondere in Graubünden den praktisch weggefallenen internationalen Tourismus teilweise zu kompensieren. So resultierte zum Wintersaisonende bei den Übernachtungszahlen ein Minus von 14.4 Prozent im Vergleich zum Fünfjahresmittel. Dies kommt in Relation zu den anderen klassischen Wintersportkantonen dem landesweit geringsten Rückgang gleich.

Grafik 1: Logiernächte in den Schweizer Tourismusdestinationen in der Wintersaison

Erfreulicher gestalteten sich sodann die Aussichten auf die Sommersaison. Im Wissen, dass mit dem Impffortschritt mit zunehmenden internationalen Tourismusströmen zu rechnen war, galt es einerseits wieder Schweizer für Sommerbergferien zu gewinnen und andererseits die europäischen Gäste zurückzugewinnen.

Bei Ersteren konnten über die touristische Sommerhochsaison gesehen (Monate Juli und August 2021) die Gästezahlen stabil auf hohem Niveau gehalten werden. Wobei im Vorjahresvergleich eine Verschiebung von rund 50'000 Übernachtungen weg vom Juli, hin zum Monat August auszumachen war. Im langjährigen Vergleich ergibt sich, dass der Inlandstourismus um rund 35 bis 40 Prozent an Bedeutung gewonnen hat.

Andererseits gelang der Branche auch die Rückgewinnung europäischer Gästegruppen. Äusserst positiv ist hierbei, dass Reisende aus den Benelux Staaten, Deutschland und Frankreich im August auch im Vergleich zum Vorkrisenniveau deutlich mehr nach Graubünden kamen.

Grafik 2: Logiernächste in den Schweizer Tourismusregionen in der Sommerhochsaison
Grafik 3: Logiernächte in Graubünden aus den wichtigsten ausländischen Herkunftsländern in der Sommerhochsaison

Mit der Publikation der Augustdaten der Beherbergungsstatistik komplettiert sich ein erster Rückblick und eine Bilanz zum bisherigen Verlauf des Tourismusjahres. Seit Jahresbeginn gelang es dem Bündner Tourismus die unterdurchschnittliche Wintersaison mit einem neuerlich starken Sommertourismusgeschäft zu kompensieren. Somit liegen die kumulierten Logiernächtezahlen in Graubünden per Ende Sommerhauptsaison 2021 auf dem Niveau des Fünfjahresmittels.

Im Vergleich zum Vorjahr resultiert in dieser ersten Zwischenbilanz sogar ein Plus von 5,4 Prozent. Ein Blick auf die Zahlen aus den weiteren Schweizer Tourismusregionen verrät, dass Graubünden hiermit eine stabile Anzahl Übernachtungen in Relation zur Vorkrisensituation verbuchen konnte. Einzig die Regionen Tessin und Jura und Drei-Seen-Land profitierten von der neuen Ausgangslage, dies auch in einer langjährigen Gegenüberstellung der Nächtigungen.

Logiernächte in den Schweizer Tourismusregionen

Vergleicht man die Entwicklung der Logiernächte in den Bündner Destinationen im Zeitraum Januar bis August 2021 mit dem Mittel der letzten fünf Jahre, setzt sich ein regional differenziertes Bild durch. So verbuchten pandemiebedingt hauptsächlich die international ausgerichteten Destinationen, wie Arosa, Engadin St. Moritz und Davos Klosters einen Rückgang bei den Übernachtungen. Weiter tangiert der teilweise stark reduzierte Geschäftsreisenden-Verkehr auch den Churer Städtetourismus.

Zulegen im Verhältnis zu den Jahren vor Ausbruch der Corona Pandemie konnten hingegen insbesondere die Destinationen, welche seit anhin einen hohen Anteil von Schweizerinnen und Schweizern in ihrer Gästestruktur ausweisen. Die jeweiligen prozentualen Veränderungen in den Destinationen haben verschieden starke Auswirkungen auf die Bündner Gesamtbetrachtung im Verhältnis zu ihrer relativen Wichtigkeit an den Gesamtübernachtungen.

Grafik 5: Logiernächte in den Bündner Destinationen
Grafik 6: Verteilung der Logiernächte in den Bündner Destination in der Wintersaison 2020/2021
Grafik 7: Verteilung der Logiernächte in den Bündner Destinationen in der Sommersaison 2020