Die Weisse Arena Gruppe ist teil der Fernmarktinitiative

«Eine sinnvolle Ergänzung»

Mit ihrer Fernmarktinitiative haben Hotelleriesuisse Graubünden und Graubünden Ferien bei vielen Hoteliers offene Türen gefunden. Auch die Destination Flims-Laax-Falera und die Hotels der Weissen Arena Gruppe sind mit dabei. Im Interview mit GRimpuls erklärt Christoph Schmidt, Leiter Gastronomie und Hotellerie der Weissen Arena Gruppe, die Beweggründe.

Von René Mehrmann Mi, 30.01.2019

Herr Schmidt, die Hotels der Weissen Arena Gruppe gehören zu der Gruppe von Pionieren, die beim Marktaufbau von Kunden aus den Golfstaaten mit dabei sind. Was sind die Gründe dafür?
Christoph Schmidt: Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass sich praktisch alle Destinationen in Graubünden auf die loyalen und wertvollen Kundensegmente aus der Schweiz und dem europäischen Raum konzentrieren. Die Initiative des Kantons, Kundensegmente auch in Fernmärkten zu bearbeiten, wurde deshalb von uns sehr begrüsst. Gerade die Golfstaaten sind für uns von Interesse, da wir seit etwas mehr als drei Jahren dort bereits aktiv im Markt unterwegs sind. Zudem führen wir seit elf Jahren zusammen mit einem Partner jeweils im Sommer in Laax das Junior and Teen Camp durch mit vielen Jugendlichen aus dem Mittleren Osten. Für uns ist der Marktaufbau Golfstaaten daher eine sinnvolle Ergänzung zu den bereits bestehenden Massnahmen im Mittleren Osten.

Sie mussten also gar nicht lange überlegen, ob Sie bei diesem Projekt mit dabei sind.
Das ist definitiv so, denn wir können mit dieser gemeinsamen Marketinginitiative mit den gepoolten Geldern aller Teilnehmer mehr erreichen, als wenn wir als einzelne Destination in diesen Märkten präsent sein wollen. Was wir uns jeweils überlegen müssen ist, welches Hotel aus unserem Portfolio am besten zu den angepeilten Märkten und Marktsegmenten passt. Für die Golfstaaten haben wir uns für das «rocksresort» entschieden. 

Sehen Sie bereits erste Resultate?
Dazu ist es noch zu früh. Das Projekt wurde Anfang 2018 ausgeschrieben und wir sind jetzt in der Vorbereitungsphase. So besuchte der Verkaufsrepräsentant aus den Golfstaaten alle Hotels, die beim Projekt involviert sind und die Projektteilnehmer haben in den vergangenen Monaten die Verkaufsunterlagen erarbeitet. Als Aussenstehender sieht man also noch nichts davon.

«Es braucht ein Jahr Zeit, bis man erste Resultate erwarten kann.»

Bis wann rechnen Sie mit ersten Resultaten?
Ich denke, es braucht ein Jahr Zeit, bis man erste Resultate erwarten kann. Wenn man als relativ unbekannte Marke in einen neuen Markt einsteigt, braucht es schon etwas Vorlaufzeit. Das Projekt ist deshalb auch auf fünf Jahre angelegt. 

Wie bereiten Sie das Hotel auf die Gäste aus den Golfstaaten vor? Müssen Sie da spezielle Regeln beachten, allenfalls sogar bauliche Massnahmen treffen?
Partner und Spezialisten im Markt können sehr nützliche Hinweise geben, wie man sich als Leistungserbringer auf die arabischen Gäste einstellen muss. Sei das beim Essen, bei den Räumlichkeiten, den kulturellen Gepflogenheiten oder nur bei der Beherrschung der englischen Sprache. Bei neuen Segmenten ist es unablässig und wichtig, dass man sich aufmerksam auf die Bedürfnisse der Gäste einlässt. Noch wichtiger ist auch das Schnüren von passenden Packages für das Hotel und für die Destination, die verkauft werden können. Diese Packages müssen dem Markt entsprechen, sonst sind die Bemühungen umsonst. Diesbezüglich werden wir sehr gut von Graubünden Ferien unterstützt.

Müssen Sie Ihr Personal auch weiterbilden in Bezug auf den Umgang mit Gästen aus dem arabischen Raum?
Auf jeden Fall, unsere Mitarbeiter müssen wissen, welche Ansprüche diese Gäste stellen. Sie kommen aus einem anderen Kulturkreis und jede Kultur hat bestimmte Erwartungen, die sie an ein Hotel stellt. Da müssen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heranführen, gerade auch in Bezug auf das Essen und die Gepflogenheiten (Ramadan, Verschleierung, etc).

«Als Hotelier sollte man sich überlegen, welches Produkt zu welchem Markt passt.»

Sie sind auch beim zweiten Projekt zur Erschliessung der Fernmärkte beteiligt, nämlich beim Projekt zur Erschliessung des Marktes aus China, und zwar jener Chinesen, die nicht mehr in Gruppen, sondern individuell reisen. War es auch bei diesem Projekt für Sie klar, dass Sie dabei sein wollen?
Wir sind mit der Marke Laax schon seit vier, fünf Jahren aktiv in China tätig mit einer Partnerschaft mit dem «Genting Secret Garden Resort» im Norden des Landes. Deshalb lag es für uns auf der Hand auch bei diesem Projekt teilzunehmen. Im chinesischen Markt werden wir mit zwei Hotels präsent sein, dem «signinahotel» und dem «rocksresort». Auch mit unserem Familienhotel, dem «Schweizerhof» in Flims, werden wir bei der Kooperation im chinesischen Markt mit dabei sein. Wegen den zwar schönen aber kleinflächig gehaltenen Zimmer haben wir uns jedoch dagegen entschieden, beim Mittleren Osten mitzumachen. Als Hotelier sollte man sich überlegen, welches Produkt zu welchem Markt passt, um erfolgreich sein zu können. 

Werden Sie auch beim dritten Projekt mitmachen, wo man den US-Best-Agers Ferien in Graubünden schmackhaft machen will?
An diesen Markt haben wir uns noch gar nicht herangewagt und wenn man ihn bearbeiten will, dann macht man das besser gemeinsam mit Partnern als alleine. Insofern stehen bei uns auch zu diesem Projekt die Ampeln grundsätzlich auf Grün.