Das Bündner Tourismusjahr 2021 in der Retrospektive.

Ein gutes Tourismusjahr 2021

Von Luzius Stricker | Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubünden Fr, 25.02.2022

Die Bündner Tourismuswirtschaft sieht sich bereits zum Jahresauftakt 2021 mit einer sehr herausfordernden pandemischen Lage konfrontiert. Die sich zunehmend verbreitende Delta-Variante des neuen Coronavirus erreicht Graubünden mitten in der Wintersaison 2020/21. Der weitere Saisonverlauf wird entscheidend von den erneuten Einschränkungen des öffentlichen Lebens, sowie den umfangreichen Reiserestriktionen geprägt.

Ähnlich dem vorhergehenden Sommer verbringen überdurchschnittlich viele Schweizerinnen und Schweizer folglich auch ihre Winterferien in den Bündner Bergen. Die inländischen Gäste sorgten insbesondere in den bei Schweizer Gästen bereits vor der Pandemie beliebten Destinationen für einen überdurchschnittlichen Buchungsstand.

Hotel- und Kurbetriebe in Graubünden, Ankünfte und Logiernächste 2011 bis 2021

 

 

Die sich im Frühjahr entspannende pandemische Lage und der Impffortschritt vereinfachten das internationale Reisen merklich. In der Folge fahren und fliegen insbesondere im Juli wieder mehr Schweizerinnen und Schweizer ferienhalber ins Ausland. Gleichzeitig gewannen Bergferien in der Schweiz bei den europäischen Gästen zunehmend an Popularität. Zahlreiche Sommerferienreisenden aus den Nachbarländern kehrten nach Graubünden zurück, insbesondere für die Gäste aus den Benelux Staaten waren die Berge ein äusserst beliebtes Reiseziel.

Zahlenmässig resultiert daraus schliesslich die beste Sommersaison seit 2008, gefolgt von einem soliden, überdurchschnittlichen Buchungsstand in den Bündner Hotels bis hin zu den Herbstferien. Im Oktober liessen zudem die Aussichten der Bündner Hotelbetriebe auf die bevorstehende Wintersaison ein äusserst positives Stimmungsbild erahnen. Allen voran erfreute sich das Segment der gehobenen Beherbergungsbetriebe einem rekordhohen Buchungsstand zum Saisonauftakt. Grösste zu meisternde Herausforderung bildet fortan nicht mehr die Pandemie, sondern die sich zuspitzenden Rekrutierungsschwierigkeiten im Gastgewerbe und bei den Transportunternehmungen am Berg.

Überraschend schnell trifft in der Folge die sich ausbreitende Welle der Omikron-Variante des Coronavirus, die tourismusnahen Betriebe. Einerseits relativiert sich in Anbetracht der unsicheren gesundheitspolitischen Lage von Mitte Dezember der gute Buchungsstand, andererseits sorgen die geänderten Einreisebestimmungen für zusätzlichen, kurzfristigen Personalmangel in den Unternehmen. Dazu stiegen zeitweilig die Unsicherheiten bezüglich der aus pandemischen Gründen zu erwartenden Buchungsstornierungen.

Logiernächte Schweizer Gäste 2021

 

 

Rückblickend ist abgesehen von den abgesagten Grossveranstaltungen der Wintersaisonauftakt 2021/22 geglückt. Die Bündner Bergbahnen vermelden im ersten Zwischenbericht zum Jahresende ein ausserordentlich hohes Gästeaufkommen. Schon erste Umfragen in den Hotelbetrieben liessen auf einen erfreulichen Geschäftsmonat Dezember ausblicken. Die jüngsten Zahlen aus der Beherbergungsstatistik bestätigen diese ersten Einschätzungen.

Im Dezember verbuchen die Hotel- und Kurbetriebe laut dem Amt für Wirtschaft und Tourismus über 540 324 Logiernächte und gesamthaft 185 826 Gästeankünfte. Nach dem pandemiebedingten Dämpfer findet die Bündner Tourismuswirtschaft somit im 2021 wieder auf den langjährigen Wachstumspfad zurück. Kumuliert ergibt dies für den Kanton Graubünden 5 157 438 Übernachtungen im abgelaufenen Jahr. Grösste Gästegruppen waren nebst den Schweizern die Deutschen und Belgier. Polen ist der wachstumsstärkste Markt im zweiten Corona Jahr, dieser kann im langjährigen Vergleich satte 140 Prozent mehr Logiernächte verbuchen.

Die Tourismusbranche blickt mit Optimismus auf die kommenden Monate der laufenden Wintersaison. Anhaltend unterdurchschnittlich entwickelt sich lediglich noch der Reiseverkehr mit den Fernmärkten. Dies führt nach wie vor zu Einbussen in der Stadthotellerie und in denen bei diesen Gästegruppen beliebten Destinationen.

Die jüngsten globalpolitischen und weltwirtschaftlichen Entwicklungen, sowie deren Auswirkungen, beispielsweise auf die Wechselkursdynamik, werden mit grosser Wahrscheinlichkeit Einfluss auf die zukünftige, langfristige Geschäftsperspektive der Branche haben.

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