Erneut starkes Inlandgeschäft hilft dem Bündner Tourismus

Durchzogene Wintersaison für den Bündner Tourismus

Von Luzius Stricker | Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubünden Fr, 11.06.2021

Die kürzlich erschienenen Daten aus der Beherbergungsstatistik des Monats April beschreiben einen versöhnlichen Abschluss einer durchzogenen Wintersaison. Gestartet ist die Saison mitten im grossen Anstieg der Corona Infektionszahlen, dem entsprechend schwierig waren die Ausgangslage und die Prognosen zum bevorstehenden Wintergeschäft.

Das Gastgewerbe sah sich von Anfang an, analog zum letzten Sommer, mit der Herausforderung der kurzfristigen Buchungseingänge und der geringeren Planungssicherheit konfrontiert. Der Schaden für den Bündner Tourismus konnte dank einem erneut starken Inlandsgeschäft und erfreulichen Zuwachsraten in den östlichen EU-Ländern in Grenzen gehalten werden.

Äusserst beliebt war in der vergangenen Saison ausserdem das Wintercamping.

Graubünden kommt im nationalen Vergleich mit einem blauen Auge davon

Betrachtet man die Logiernächte der Hotellerie- und Kurbetriebe im landesweiten Vergleich, verzeichnete Graubünden unter den klassischen Wintersportkantonen den geringsten Rückgang bei den Logiernächten.

In Zahlen resultierte ein Rückgang von 6.5 Prozent zum Vorjahr und von 14.4 Prozent zum Fünfjahresmittel. Einzig das Tessin verzeichnete einen Zuwachs an Übernachtungen, relativiert wird diese grosse Zunahme jedoch durch den Totalausfall des Feiertagsgeschäfts im 2020.

Schweizer Tourismusregionen

 

International ausgerichtete Destinationen werden hart getroffen

Die Gegenüberstellung der Logiernächtezahlen in den Bündner Destinationen geben ein zwiespältiges Bild ab. Einerseits konnten die bei Schweizern bereits vor der Pandemie beliebten Destinationen vom verstärkten Inlandtourismus profitieren. Hervorstechen insbesondere die grösseren Regionen Flims Laax und Lenzerheide. 

Teils stark zulegen konnten auch die Destinationen Disentis Sedrun und Vals sowie die Tourismusorte in den Bündner Südtälern. Gravierendere Auswirkungen hatte die Pandemie jedoch auf die vorwiegend international ausgerichteten, grossen Tourismusorte wie Davos Klosters, Engadin St. Moritz und Arosa.

Diese vermochten den Ausfall der ausländischen Gästegruppen nicht komplett mit den zusätzlichen Schweizer Touristen zu kompensieren. Unter dem Strich resultierte in diesen Destinationen ein Rückgang von 20 bis 25 Prozent zum fünfjährigen Mittel.

Bündner Destinationen

 

Campieren bei Minustemperaturen: beliebt dank guter Infrastruktur und steigendem Komfort

«Die Schweiz im Campingboom» – Der Trend aus dem Sommer 2020 setzte sich im Winter 2020/2021 fort. Das Wintercampieren wird beliebter, dank gut ausgebauter Infrastruktur der Bündner Campingplätze und wegen der zunehmend komfortableren Ausstattung der Wohnmobile.

Die Ankünfte auf den Campingplätzen verdoppelten sich in der letzten Saison im Vergleich zum Vorjahreswinter. Die Logiernächte legten kantonsweit um knapp 70 Prozent auf über 66'000 zu. Aus diesen Werten resultiert eine leicht rückläufige durchschnittliche Aufenthaltsdauer, von 4.3 im Winter 2019/2020 auf rund 3.5 Nächte pro Ankunft in der vergangenen Wintersaison.

Bündner Campingplätze