Das Landquarter Startup poweersnet GmbH will aus einer Ladesäule für Elektrofahrzeuge mehr machen.

Die Säule der Zukunft

Die zukunftsweisende Lösung für die Smart City und die E-Mobilität von morgen. Nichts weniger als das will das Landquarter Startup-Unternehmen poweersnet GmbH rund um Geschäftsführer Pascal Soland mit seiner innovativen und einzigartigen Basisstation anbieten.

Von Franco Brunner Mi, 22.12.2021

Elegant, feinförmig, edel, ja fast schon kunstvoll kommt sie daher. Kein Wunder, immerhin wurde sie ja auch von niemand Geringerem als vom 2019 verstorbenen deutschen Kult-Designer Luigi Colani als eine seiner letzten Arbeiten entworfen. Zu sehen ist sie in der Öffentlichkeit derweil noch nicht. Doch das wird sich bald schon ändern.

In den nächsten Monaten soll nämlich die Nullserie in Betrieb genommen werden und in rund drei Jahren sollen bis zu 20’000 Stück schweizweit zu sehen sein. Die Rede ist von der neuen Basisstation der Firma poweersnet GmbH aus Landquart. Eine Basisstation, die dank des namhaften Designs nicht nur ein Eyecatcher, sondern allem voran ein «essenzieller Bestandteil der zukünftigen, smarten urbanen Infrastruktur» werden soll, wie es auf Homepage des Bündner Startup-Unternehmens heisst.

Mehr als bloss Ladestation

«Bei poweersnet stellen wir eine Basisstation für die smarte, intelligente City her, mit der man sowohl alle Elektrofahrzeuge laden als auch sämtliche Sensoren miteinander vernetzen kann», erklärt poweersnet GmbH Gründer und Geschäftsführer Pascal Soland. Was das heisst? Nun, die poweersnet-Basisstation kann schlicht und einfach mehr als eine gewöhnliche Ladestation. So eignet sich das innovative Produkt eben nicht nur als klassische Aufladestation für Elektro-Fahrräder, Elektro-Scooter, Elektro-Motorräder oder Elektro-Autos und gewährleistet zudem noch die sichere Kommunikation mit allen Verkehrsmitteln sowie eine Funktionskontrolle und die Versorgung mit Updates während des Ladevorganges.

Ebenfalls möglich ist mit dieser multifunktionalen Station zusätzlich auch die Verwaltung von Parkplätzen, die IoT-Fähigkeit bis hin zu 5G-Broadcasting, die Bereitstellung von Public WLAN-Hotspots und vieles mehr. Und das alles in einer einzigen, modular aufgebauten Station. Ja sogar als Infopoint oder Werbeplattform kann die Station dank den hochwertigen Displays genutzt werden.

«Die Verknüpfung von den zuverlässigen Netzwerklösungen mit unserer Basisstation ermöglicht die einfache, schnelle und vor allem intelligente Integration von Charging, Smart City und IoT im alltäglichen Leben», ist sich Pascal Soland sicher (siehe nachstehendes Interview). Überzeugt von der Innovationskraft und den Möglichkeiten der poweersnet-Basisstation ist derweil auch das Jungunternehmerforum Graubünden, das die poweersnet GmbH kürzlich mit dem Preis «Bestes Bündner Tech-Startup» ausgezeichnet hat.

Alexander Studer, Integra Biosciences, und David Schmid, CSEM, übergeben den Anerkennungspreis für das beste Bündner Tech-Startup 2021 an Pascal Soland und Christoph Gauch von poweersnet GmbH. (Bild zVg)

 

Grosses Interesse

Über die Auszeichnung hat sich Pascal Soland sehr gefreut, wie er sagt. Es sei auch eine Bestätigung, dass man sich auf dem richtigen Weg befinde. Ein Weg übrigens, den der Elektroingenieur seinem Naturell - nämlich der mit grosser Leidenschaft ausgetragener Eigenschaft stets nach mehr, nach etwas Besseren zu suchen - zu verdanken hat. So habe er einmal eine Ladestation importiert und festgestellt, dass dieses Produkt mehr technische Probleme denn Funktionen in sich trage. Das müsse doch besser gehen, habe er sich damals gedacht. So habe man sich kurzerhand entschlossen, ein Produkt zu entwickeln, das den wachsenden und eben auch immer vielseitiger werdenden Kundenansprüchen gerecht werden würde. Gesagt getan.

Somit steht Pascal Soland mit der poweersnet GmbH nun also vor der Lancierung der Nullserie seiner smarten Basisstation. An Interessenten und potentiellen Abnehmern seines Produkts aus den Bereichen öffentliche Hand, KMU, Grosskonzerne und Privatpersonen fehlt es laut dem Unternehmer nicht. Ganz im Gegenteil. Man habe sogar Anfragen zurückstellen müssen. Insofern darf man sich darauf einstellen, dass diese elegante, feinförmige, edle, ja eben fast schon kunstvoll daherkommende und allem voran ungemein vielseitig nutzbare Basisstation-Säule in Zukunft an so manchen Ecken der Schweiz - und ja, auch des Auslands - zu sehen sein wird.

Vom Startup zum grossen Player

Infobox

Die Firma poweersnet GmbH wurde 2018 von Pascal Soland und zwei Mit-Initianten mit der Idee gegründet, eine «innovative, einzigartige und multifunktionale Basisstation, die zukunftsweisende Lösungen für die Smart City und die E-Mobilität von morgen findet» zu entwickeln. Das Dienstleistungsangebot der neuen Basisstation umfasst unter anderem das Laden aller E-Fahrzeuge, ein Parkraummanagement, diverse Leitsysteme, Mietservice, IoT, WLAN, Bluetooth, 4G/5G Broadcast sowie Datenmanagement. Zu den potenziellen Kunden des Angebots zählen laut den Verantwortlichen KMU, Behörden, Institutionen und Grosskonzerne sowie Privatpersonen aus aller Welt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Landquart und will in den kommenden Jahren vom Startup zu einem Arbeitgeber für rund 100 Mitarbeitende werden.

«Einen Beitrag für eine nachhaltige Energie- und Verkehrswende leisten»

Pascal Soland, Mitgründer der poweersnet GmbH, mit einer Basisstation. (Bild zVg)

Herr Soland, Sie sagen, die poweersnet-Basisstation ist die Lösung für die Smart-City von morgen. Das klingt selbstsicher. Weshalb ist Ihr Produkt denn besser als alles andere zuvor?
Pascal Soland: Weil keine andere Ladestation so viel verschiedene Möglichkeiten integriert hat wie unser Produkt. Deshalb nennen wir es auch nicht mehr Lade-, sondern Basisstation. Wir übernehmen das komplette Energie-Management für unsere Kunden und schauen, dass dabei weder das Stromnetz noch der Verkehrsfluss überlastet wird. Darum sprechen wir auch von einer «smarten» Energielösung.

Bei einer derart komplexen, vernetzten und vielseitigen IT-Lösung stellt sich auch immer die Frage nach der Sicherheit. Wie garantieren Sie diese Ihren Kunden?
Eine hundertprozentige Sicherheitsgarantie gibt es bei solchen Entwicklungen nie. Was von Menschen gemacht wird, kann auch von Menschen gehackt werden. Bei poweersnet streben wir aber die höchstmögliche Sicherheitsstufe an, was dem Level eines Bankenstandarts oder gar noch höher entspricht. Wir achten darauf, dass zwischen unseren Stationen und den in der Schweiz stationierten Servern eine geschlossene Kommunikation stattfindet. Das Thema Sicherheit ist somit bei uns sicherlich ein ganz zentrales und auch eines unserer Qualitätsmerkmale. Denn natürlich möchten wir nicht, dass irgendwelche Daten unserer Kunden in fremde Hände gelangen.

Sie sind mit Ihrem Projekt vor knapp drei Jahren gestartet und stehen nun sozusagen vor der eigentlichen Lancierung des Produkts. Wo aber möchten Sie mit Ihrem Unternehmen überhaupt noch hin, was sind Ihre Ziele, Wünsche und Visionen?
Das unmittelbare Ziel ist sicherlich einmal, dass wir in den nächsten drei Monaten die Nullserie installieren und in Betrieb nehmen können. Mit Blick auf die kommenden drei bis vier Jahre, möchten wir schweizweit zwischen 15’000 und 20’000 Stationen betreiben und somit zu einem der grösseren Player werden. Auf diese Weise wollen wir nicht zuletzt auch einen Beitrag für eine nachhaltige Energie- und Verkehrswende leisten.

Sind diese Zukunftspläne auch mit einem personellen Ausbau verbunden?
Auf jeden Fall. Bereits bis in einem halben Jahr planen wir, das heisst meine beiden Co-Gründer und ich, die Schaffung von rund 20 neuen Stellen. Und bis in drei Jahren sollten wir Arbeitsplätze für ungefähr 100 Mitarbeitende anbieten können.

Und das alles hier in der Region?
Ja, Entwicklung und Fertigung möchten wir im Raum Landquart/Chur stemmen. Dies, weil wir in den hiesigen Produktionsstandort glauben und davon überzeugt sind, dass wir hier in der Region, in der Schweiz, ein qualitativ hochwertiges und wettbewerbsfähiges Produkt herstellen können und somit nirgends anders hin müssen.

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