Die Briefpost für das Engadin wird neu umweltschonend transportiert.

Die Post wird elektrisch geliefert

Die Briefpost erreicht das Engadin ab sofort per Elektro-Lkw. Das Bündner Transportunternehmen Hunger Transporte hat in Zusammenarbeit mit Repower dafür einen batteriebetriebenen Lastwagen angeschafft. Repower finanziert in diesem Pilotprojekt die Fahrzeugbatterien vor.

Von Redaktion GRimpuls Fr, 18.06.2021

Bis jetzt wurden für den Transport der Briefpost vom Zürich Mülligen ins Ober- und Unterengadin klassische Fahrzeuge mit Dieselantrieb eingesetzt. Ab sofort kommt auf dieser Strecke nun ein Elektro-Lkw zum Zuge. Beim Fahrzeug handelt es sich um einen Volvo-Lkw, der auf rein elektrischen Betrieb umgestellt wurde, wie Hunger Transporte und Repower in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben.

Der neue Lkw legt jede Nacht ohne Nachladebedarf rund 500 Kilometer zurück. Somit können pro Jahr rund 40'000 Liter Diesel und damit rund 120 Tonnen CO2 eingespart werden. 

Transportunternehmer Hans-Jakob Hunger sieht im neuen Lkw klare Vorteile. «Dank unserem batteriebetriebenen Lkw sind wir nicht nur CO2-neutral unterwegs, sondern können auch die Lärmimmissionen stark reduzieren und wir haben erst noch die Gelegenheit, mit zukunftsgerichteten Technologien zu arbeiten», wird er in der Mitteilung zitiert.

Batterien unterstützen Netzstabilität

Da die Fahrzeuge nur in der Nacht eingesetzt werden, können die Batterien während des Tages im Repower-Netz aufgeladen werden und zur Zwischenspeicherung von Energie genutzt werden. So können etwa Stromspitzen im Verteilnetz ausgeglichen werden, weshalb Repower die Fahrzeugbatterien in diesem Pilotprojekt vorfinanziert.

Selbstverständlich sei sichergestellt, dass der Lkw am Abend mit einer geladenen Batterie für den Transporteinsatz zur Verfügung stehe. «Für die Energiezukunft ist zentral, dass der Strom möglichst dort verbraucht oder gespeichert wird, wo er entsteht. So kann das Stromnetz entlastet werden. Das Pilotprojekt mit diesen E-Lastwagen ist ideal, um wertvolle Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln», sagt René Burkhard, Leiter Markt Schweiz bei der Repower AG.

Deshalb lässt das Bündner Energieunternehmen das Pilotprojekt auch wissenschaftlich begleiten. Ziel sei es, Erkenntnisse zum Einsatz von Fahrzeugbatterien im energiewirtschaftlichen Umfeld zu erlangen. Mit einer Zunahme von elektrisch betriebenen Fahrzeugen und einer grösseren Verbreitung von Photovoltaikanlagen würden die Anforderungen an das Verteilnetz steigen, heisst es in der Mitteilung. Eine mögliche Lösung zur Bewältigung dieser Anforderungen könne der Einsatz von Fahrzeugbatterien als Zwischenspeicher sein.