Unterstützung für die Bündner Wirtschaft

Bündner Regierung stellt 80 Millionen Franken bereit

Die Bündner Regierung unterstützt die Bündner Wirtschaft mit einem 80-Millionen-Franken schweren Hilfspaket. Damit soll den von der Coronakrise finanziell betroffenen Unternehmen geholfen werden.

Von Redaktion GRimpuls Mo, 30.03.2020

Der Beitrag an die Bündner Wirtschaft soll die Lücken schliessen, welche durch das 40-Milliarden-Franken schwere Massnahmenpaket des Bundes nicht gedeckt sind. Mit den kantonalen Zusatzleistungen sollen nicht bestehende strukturelle Probleme gelöst werden, sondern in erster Linie solvente Unternehmen mit Liquiditätsschwierigkeiten unterstützt werden, wie Regierungspräsident Christian Rathgeb am Montagvormittag an einer via Livestream übertragenen Medienkonferenz ausführte. An der Medienkonferenz anwesend waren auch die Regierungsräte Marcus Caduff und Jon Domenig Parolini sowie Daniel Fust, CEO der Graubündner Kantonalbank.

Maximal 15 Prozent und fünf Millionen Franken

Das kantonale Hilfspaket ist nach dem gleichen System aufgegleist wie die Hilfe des Bundes. Die Mittel des Kantons stehen als Solidarbürgschaft zur Verfügung. Diese ist auf maximal 15 Prozent des Umsatzerlöses und auf fünf Millionen Franken pro Unternehmen beschränkt. Der Kanton übernimmt dabei eine hundertprozentige Ausfallgarantie, vorausgesetzt, dass die vom Bund verbürgten Kreditmöglichkeiten vollständig ausgeschöpft sind, der zusätzliche Liquiditätsbedarf nachgewiesen ist und die Bank den Kreditantrag geprüft hat. 

Die Massnahmenpaket des Kantons gilt vorerst für drei Monate. Laut Regierungsrat Caduff überlegt sich die Regierung aber bereits weitere Hilfe für Selbständigerwerbende, welche ihre Unternehmen zwar nicht schliessen mussten, aber einen markanten Umsatzrückgang zu verzeichnen haben.

Kulanz bei Zahlungsfristen

Im weiteren wird der Kanton Graubünden auf Verzugszinsen sowie auf die Erhebung von Mahngebühren für Rechnungen des Kantons, wie Steuern, Gebühren, Abgaben und Bussen bis Ende 2020 verzichten. Auch die Möglichkeit, für ausstehende Rechnungen des Kantons die Zahlungsfrist zu erstrecken oder Ratenzahlungen zu bewilligen, werden von der kantonalen Verwaltung für Unternehmen und Personen, die wegen den Auswirkungen des Coronapandemie derzeit nicht bezahlen können, grosszügig gehandhabt.

Um die Liquidität der Dienstleister und Lieferanten des Kantons zu erhöhen, plant dieser sämtliche Rechnungen möglichst rasch zu prüfen und schnellstmöglich zur Zahlung freizugeben.

Kulant ist der Kanton ausserdem betreffend den Rückzahlungsmodalitäten bei Kantons- und Bundesdarlehen, welche gestützt auf das Wirtschaftsentwicklungsgesetz oder die Neue Regionalpolitik des Bundes gesprochen wurden. 

Unterstützung für Kultur und Sport

Unterstützung gibt es auch für Kultur und Sport. Dazu hat der Bund der Schweizer Kulturlandschaft gesamthaft 280 Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Dazu gehören etwa Entschädigungen für Ertragsausfälle durch Absagen von Veranstaltungen oder Projekten beziehungsweise Betriebsschliessungen. Die Ausfallentschädigung deckt höchstens 80 Prozent des finanziellen Schadens. Die Hälfte der Kosten trägt der Kanton.

Noch unklar dabei sind die Richtlinien des Bundes. Die dafür erforderlichen Mittel stellt der Kanton nach deren Vorliegen bereit. Ergänzend zu den Bundesmassnahmen für den Sport in der Höhe von 100 Millionen Franken, wird der Kanton Graubünden die Bündner Sportverbände finanziell unterstützen. Dies um die wichtigen gemeinnützigen und grösstenteils ehrenamtlichen Sportstrukturen im Kanton aufrecht zu erhalten.

Impulsprogramm angedacht

Für die Zeit nach Überwindung der Coronakrise haben sich die Verantwortlichen des Kantons ebenfalls schon erste Gedanken gemacht. Geplant ist, dann der Bündner Wirtschaft mit einem Impulsprogramm unter die Arme zu greifen.